Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

20. Juni 2018, 18:00 Uhr

0803

Rudolf Polanszky*

(Wien 1951)

„o.T.“
2005
Mischtechnik auf Leinwand; ungerahmt
170 x 140 cm
Rückseitig signiert und datiert: Polanszky 04

Provenienz

Privatbesitz, Wien

€ 16.000

Eine, auf den ersten Blick, silbergrau-weiße Collage auf der Positiv- und Negativformen sichtbar werden, dazu beinahe symmetrisch verteilte blaue, grüne und gelbe Farbflecken und Einschlüsse, aber auch die Schichtungen der Materialien. Gemeinsam charakterisieren sie die großformatige Arbeit des Rudolf Polanszky. Die vom Künstler oft verwendeten Begriffe wie Transformation, Nicht-Linearität oder Symmetrie kommen dem Betrachter unweigerlich in den Sinn. „Meine Arbeit ist ein Versuch, Entsprechungen von Vorstellungsmustern neu zu ordnen, zu verändern und meine Denkstrukturen umzuorganisieren“ wird der Künstler im Pressetext für die Ausstellung „Eidola“ in der Secession im heurigen Frühjahr, zitiert. Der Titel der Schau kommt aus dem Griechischen: Eidolon bedeutet „kleines Trugbild, Phantomerscheinung“ und hilft ebenfalls die Arbeit zu verstehen.

Rudolf Polanszkys künstlerische Tätigkeit beginnt in den späten 1970er-Jahren, als er mit seinen „Schweinsfettbildern“ in Manier der Wiener Aktionisten mit Flüssigkeiten experimentiert. Später entstehen Bilder, die der Künstler mit dem Pinsel in der Hand auf einer Sprungfeder hüpfend, gestaltet, bevor er ab dem Ende der 1990er-Jahre verschiedene Materialien wie Metall, Kunstharz, Spiegelfolie, Draht, Plexiglas oder Schaumstoff für seine Arbeiten verwendet. Indem er diese zweckentfremdet einsetzt und gleichermaßen spontan und zufällig zusammenfügt, entstehen Überlagerungen, Schichtungen, Faltungen und ähnliches, die Polanszky als „instabiles Konstrukt einer subjektiven Realität“ versteht.“ (Pressetext der Secession, Februar 2018) (Clarissa Mayer-Heinisch)