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Auktion: Klassische Moderne

19. Juni 2018, 18:00 Uhr

Objektübersicht
Objekt

0507

Alfons Walde*

(Oberndorf 1891 - 1958 Kitzbühel)

„Häuser im Gebirge“
um 1930
Öl auf Karton
42 x 67,5 cm Originalrahmen
Signiert rechts unten: A. Walde

Provenienz

vom Großvater des jetzigen Eigentümers direkt beim Künstler erworben;
seither Privatbesitz, Tirol

Literatur

Vergleiche: Gert Ammann, Alfons Walde, Innsbruck 1981, Abb. S. 227

Das Bild ist im Werk-Archiv von Alfons Walde mit der Nummer D-LA-523 registriert.

€ 220.000

Ein strahlend blauer Himmel, mächtige, skulptural geformte Felsmassive, das warme Braun alten Holzes und ein von Sonne und Schatten getränktes Weiß des alles bedeckenden wie verlockenden Schnees: Das sind die unverwechselbaren Komponenten von Alfons Waldes Malerei, die in ihren wechselnden Kompositionen damals wie heute die Atmosphäre eines guten Lebens in traumhafter Landschaft vermitteln.

So auch dieses Gemälde mit der aufregenden Perspektive der beiden dominant in die Bildmitte ragenden Gebäude eines Bauernhofes und seines Holzstadels, selbstbewusst vor die faszinierende Kulisse eines Bergmassivs gesetzt. Gekonnt spielt hier Walde mit den Mitteln der Beschneidung, um die Unmittelbarkeit und Aktualität der Darstellung zu demonstrieren. Ein impulsiver Pinselgestus und grobe bis kantige Formen von Gebäuden wie Menschen widersetzen sich außerdem gezielt der Illusion süßer Idylle, symbolisieren vielmehr eine stolze und selbstbewusste Verbundenheit, die über dem Wandel der Zeit ihre Gültigkeit bewahrt.

Speziell Waldes Winterbilder sind zu einer unverwechselbaren Marke geworden, mit denen der Maler ab den frühen 1920er Jahren eine krasse Gegenposition zur urbanen Kunst mit seiner expressiv bis distanziert-sachlichen Interpretation des modernen Lebens einnahm. Zurückgezogen in das damals schon wirtschaftlich erfolgreiche Touristenzentrum Kitzbühel schuf Walde eine Gegenwelt: jener der ungestörten Symbiose von Mensch und Natur, von gewachsener Kultur und mächtigen, atemberaubend schönen Landschaftskulissen. Mit subtilen Abstraktionen, spannungsvollen Perspektiven und strahlenden, tieftonigen Farben gelang es Walde, das Thema Landschaft und Kultur neu zu interpretieren und in eine moderne, prägnant verkürzte Bildsprache überzuführen. (Marianne Hussl-Hörmann)