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Auktion: Antiquitäten

25. April 2018, 16:30 Uhr

0459

Lorenzo Bartolini

(1777, Vaiano - 1850, Florenz)

„Marmorbüste eines jungen Mädchens“
Italien, um 1835
Marmor; auf der Rückseite signiert "L. B. F." (Lorenzo Bartolini fecit)
H. 50 cm

Provenienz

Sammlung Prof. Dr. René Clemencic, Wien

Literatur

abgebildet in: Gerbert Frodl (Hg.), Wandlungen - Ereignis Skulptur. Die Sammlung René Clemencic, Ausstellungskatalog, Österreichische Galerie Belvedere, Wien 2003, Abb. 33, S. 266-267

€ 35.000

Lorenzo Bartolini wurde 1777 in bescheidenen Verhältnissen in Savignano bei Prato geboren. Bereits als Zwölfjähriger wurde er Schüler der "Accademia di Belle Arti" in Florenz. Nach einem mehrjährigen Aufenthalt in Paris ließ er sich 1814 endgültig in Florenz nieder, wo ihm 1839 der Lehrstuhl für Skulptur an der "Accademia di Firenze" übertragen wurde. Stilistisch zog Bartolini die toskanische Frührenaissance der klassischen Tradition vor. Er wollte "den Schüler daran gewöhnen, das zu meistern, was er sieht, ohne System und ohne idealistisches Vorurteil ... wer die Natur nachzuahmen versteht, weiß alles, was ein Künstler wissen muss ... Die Natur betrügt den Meißel nie." So äußerte sich Bartolini in Briefen und Tagebuchnotizen. Freilich war sein Realismus kein kruder, das Hässliche gierig Aufsuchender, sondern eher das Göttliche im Irdischen suchender, romantisch verklärter. Bartolinis Marmorbüste eines jungen Mädchens bezaubert durch ihre verhaltene Anmut, die Sanftheit der Haut sowie durch die zärtliche Neigung des Kopfes. Er lässt hier einen gemilderten Realismus erkennen, will er doch aus dem Realen den göttlichen Strahl der Schönheit durchbrechen lassen. (Frodl 2003, S. 266-267)