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Auktion: Antiquitäten

25. April 2018, 16:30 Uhr

0457

Büste der Parze Lachesis

Italien, 1. Hälfte 17. Jahrhundert
Marmor
H. 74 cm

Provenienz

Sammlung Prof. Dr. René Clemencic, Wien

Literatur

abgebildet in: Gerbert Frodl (Hg.), Wandlungen - Ereignis Skulptur. Die Sammlung René Clemencic, Ausstellungskatalog, Österreichische Galerie Belvedere, Wien 2003, Abb. 21, S. 260-261

€ 18.000

Es sind zwei weitere Marmorversionen (Budapest, Museum der bildenden Künste, und Venedig, Sammlung Scarpa) sowie eine Bronzeversion (Berner Privatsammlung) bekannt, was auf die Beliebtheit dieser Darstellung schließen lässt. Ursprünglich war es wohl eine Dreiergruppe der Parzen. Von der Parze Clotho ist bisher kein Exemplar bekannt, von der Parze Atropos, sicherlich vom selben Meister und Gegenstück der Lachesis, kennt man ein Marmorexemplar in New York (Sammlung Rosenberg), sowie zwei Bronzeversionen (Lausanne und italienischer Kunsthandel). Vorbilder dieser Büsten waren wohl die cumäische Sybille Michelangelos in der Sixtinischen Kapelle sowie ein die drei Parzen darstellendes Gemälde im Palazzo Pitti (Pontormo bzw. Salviati zugeschrieben). Die Parzen sind das Schicksal selbst, die dreigeteilte Nemesis, deren unabänderliche Strenge sich in diesen überlebensgroßen Büsten machtvoll äußert. Das Leben, das Schicksal als ein unilateraler, unumkehrbarer Faden der Zeit mit festgesetztem Anfang und Ende. Clotho ist die den Lebensfaden spinnende, Lachesis die ihn abteilende und die Geschicke zuteilende sowie Atropos die den Faden abscheidende Parze. (Frodl 2003, S. 260-261)