Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

24. April 2018, 17:00 Uhr

0930

Franz von Defregger

(Ederhof zu Stronach b. Dölsach/Tirol 1835 - 1921 München)

„Tiroler Dirndl“
um 1890
Öl auf Leinwand
51 x 39 cm
Signiert am linken unteren Rand: Defregger

Provenienz

Privatbesitz, Österreich

Literatur

Hans Peter Defregger, Defregger. 1835-1921, Band I, Rosenheim 1983, S. 348 (SW-Abb.)

€ 15.000 - 30.000

Anfangs nur autodidaktisch gebildet, studierte Franz von Defregger ab 1862 an der Münchner Akademie. Neben Hans Makart und Gabriel von Max war er zwischen 1867-1870 im Atelier des Historienmalers Carl von Piloty tätig. Diese Zeit prägte sein weiteres Schaffen. Zu den bevorzugten Themen in seinem Oeuvre gehören Genreszenen aus dem bäuerlichen Alltag seiner Heimat Tirol. Selbst von einem Tiroler Hof stammend, kehrte Defregger damit gedanklich immer wieder zu seinen Wurzeln zurück.

Vorliegendes Porträt zeigt eben diese Verbundenheit zu seiner Heimat. Vor dunklem Grund positioniert Defregger eine junge Tirolerin. Ihr Oberkörper ist leicht schräg ins Bild gesetzt und die junge Frau blickt den Betrachter selbstbewusst an. Ihr Haar ist im Nacken zusammengesteckt und sie trägt ein dunkles Kleid. Um ihren Hals ist ein Tuch gelegt, dessen leuchtende Farben besonders schön zur Geltung kommen. Das Porträt wirkt momenthaft und strahlt dadurch eine Natürlichkeit aus, die den großen Reiz des Gemäldes ausmacht.

Franz von Defregger feierte mit seiner Kunst schon zu Lebzeiten große Erfolge. Ein besonderer Höhepunkt in seiner Laufbahn war die Berufung an die Münchner Akademie im Jahr 1878, wo er bis 1910 als Professor für Historienmalerei lehrte. 1883 wurde der bereits berühmte Künstler sogar in den Adelsstand erhoben. (MS)