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Auktion: Antiquitäten

25. April 2018, 14:00 Uhr

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Johann Schaper

(Hamburg 1621 - 1670 Nürnberg)

„Becher mit Bärenjagd “
Nürnberg, um 1670
farbloses Glas, Schwarzlotmalerei; zylindrischer Gefäßkörper auf drei flachgedrückten Hohlkugelfüßen; umlaufende Darstellung einer Landschaft mit halb abgestorbenen Bäumen und einem Schloss am Hügel, ein adeliger Reiter zu Pferd wird von zwei Hunden und einem Spießknecht mit Lanze begleitet, zwei weitere Hunde stellen einen Bären, während ein Treiber seine Lanze auf ihn richtet
H. 7,5 cm

Provenienz

Sammlung Viktor Schick, Prag;
1939 Sotheby’s, London, Auktion Viva King Collection, Nr. 58;
1980 Kunsthandel Heide Hübner, Würzburg

Literatur

abgebildet in: Keith Middlemas, Farbiges Glas, Wiesbaden 1971, S. 51;
vgl. Helmut Bosch, Die Nürnberger Hausmaler, München 1984, Abb. 83, S. 136

€ 26.000

Als frei interpretierte Vorlage für diese Darstellung diente ein Ausschnitt aus einer Radierung von Matthäus Merian d. Ä. (1593-1651), die zu einer sechsteiligen Serie von Jagdbildern aus den Jahren 1620-1624 gehörte.

Johann Schaper war der begabteste Schwarzlot-Glasmaler des 17. Jahrhunderts, der nicht nur Scheiben und Glas, sondern auch Fayencen bemalte. Über seine Lehrjahre ist nichts bekannt, erstmals wird sein Name 1655 in Nürnberg – als „Glasmahler von Hamburg“ – erwähnt. 1658 wurde er in das Meisterbuch aufgenommen. Da die Glasmalerei als „freie Kunst“ angesehen wurde, war es ihm von da an erlaubt Glasmaler-Lehrlinge auszubilden. Aus der Zeit um 1660 sind seine ersten Hohlgläser mit Schwarzlotbemalung bekannt. Eine Reise nach Regensburg brachte ihm Aufträge des französischen Gesandten ein. Obwohl Schaper ein ausnehmend begabter und sorgfältiger Glasmaler war, basieren seine Arbeiten wohl ausschließlich auf Stichvorlagen.