Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

30. November 2016, 18:00 Uhr

1024

Josef Mikl*

(Wien 1929 - 2008 Wien)

„Zwei Figuren“
2000
Öl auf Leinwand; ungerahmt
150 × 200 cm
Signiert seitlich links: Mikl
Rückseitig signiert und datiert auf dem Keilrahmen: JM 18. März 2004

Provenienz

Privatbesitz, Österreich

Schätzpreis: € 25.000 - 40.000
Ergebnis: € 32.000
Auktion ist beendet.

„Die Malerei überwindet den Ingenieurverstand und das Reißbrett ebenso wie das Chaos und die Auflösung.“ (Josef Mikl)
So spricht ein Künstler, der wie kaum ein anderer für die informelle Malerei im Österreich der Nachkriegszeit steht. Seit den 50er Jahren ist Josef Mikl treibende Kraft der österreichischen Kunstszene und kann mit Recht den Titel eines Erneuerers der Kunst nach dem zweiten Weltkrieg für sich beanspruchen. Auch ein spätes Werk wie die „Zwei Figuren“ trägt die Energie des frühen Mikl in sich: kraftvolle Linien sorgen für eine vibrierende, nervöse Wirkung. Die Konzentration auf Rot-und Gelbtöne, in die nur wenig Schwarz eingeflochten wird, verstärkt den Eindruck von Bewegung, der auch durch die Teilung des Bildes in der Mitte betont wird: Die beiden Figuren wirken wie durch Zwang auseinandergehalten, als würden sie durch etwas daran behindert, aufeinanderzuprallen. Die Konzentration auf die menschliche Figur durchzieht das ganze Werk Josef Mikls, der sich nie in eine stilistische Schublade stecken lassen wollte und stets das Figurale seiner auf den ersten Blick oft gegenstandslos wirkenden Kunst betont hat. „Das, was man sieht, das was man gesehen hat, läßt sich nicht ganz vergessen. Daher gibt es keine ausgedachten, keine wirklich gegenstandslosen Bilder.“ (Josef Mikl, Über den Gegenstand, 1967)
(Nina Binder)