Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

08. Juni 2016, 18:00 Uhr

0925

Hans Bischoffshausen*

(Feld am See/Kärnten 1927 - 1987 Villach)

„Kaledonia“
1957
Mischtechnik auf Holz; gerahmt
90 × 50 cm
Rückseitig bezeichnet: Hans Bischoffshausen, "Kaledonia", 1957

Provenienz

Privatbesitz, Österreich

€ 45.000

Hans Bischoffshausen ist einer der prägenden österreichischen Künstler der Nachkriegszeit. Ausgehend von einer starken Faszination für die klassische Moderne, besonders für Paul Klee, arbeitet er sich zu einer immer reduzierteren Formensprache weiter, die schließlich durch die Bekanntschaft mit der Kunst und der Person Lucio Fontanas zur vollen Reife kommt. Gerade 1956 und 1957, der Entstehungszeit von „Kaledonia“ findet Bischoffshausen zu seiner eigenen Formensprache. Dabei steht das Werk genau am Übergang zwischen den Materialbildern der Mitte der 50er Jahre und den Arbeiten, die der Künstler schließlich ab den 60ern in Paris schaffen wird: monochrome, meist weiße Bildträger, deren Oberflächen flach reliefartige Strukturen tragen und somit in der Nähe der ZERO-Bewegung stehen.
„Kaledonia“ ist bereits farblich und formal stark reduziert. In die organische, erdige Oberfläche sind Strukturen eingekratzt, die einerseits gewachsen wirken, andererseits möglicherweise bereits auf die Faszination Bischoffshausens für die Verbindung von Kunst und Zeichen bzw. Schrift hindeuten. Damit scheint das Werk an der Grenze zwischen Natur und Kunst zu schweben – zwischen den zufälligen Narben lebendigen Materials und den gedachten und gewollten Zeichen des Künstlers.
Hans Bischoffshausen, der trotz früher Anerkennung durch seine kompromisslose Kunstauffassung in einer Außenseiterrolle geblieben ist, war stets Vorreiter der zeitgenössischen Kunst. Er war einer jener, die es schafften, nicht nur Österreich wieder an das internationale Kunstgeschehen anzubinden, sondern dieses auch entschieden mitzuprägen. (Nina Binder)