Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

07. Juni 2016, 18:00 Uhr

0229

Wilhelm Thöny*

(Graz 1888 - 1949 New York)

„Badeanstalt an der französischen Riviera“
1933-36
Öl auf Leinwand
32 × 45 cm
Signiert links oben: W. Thöny

Provenienz

Galerie Welz, Salzburg;
österreichischer Privatbesitz

Ausstellung

1959 München, Kunstverein, Wilhelm Thöny. Aus dem Nachlass, Nr. 11;
1961 Salzburg, Galerie Welz, Nr. 11;
1968 Graz, Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum, W. Thöny 1888-1949. Gemälde und Graphik. Gedächtnisausstellung aus Anlass der 80. Wiederkehr seines Geburtstages, Nr. 27;
1977 Salzburg, Galerie Welz, Wilhelm Thöny 1888-1949, Nr. 10;
1977 Wien, Galerie Würthle, Wilhelm Thöny, Nr. 10

Literatur

Wilhelm Thöny. Im Sog der Moderne, Ausstellungskatalog Neue Galerie Graz, Universalmuseum Joanneum, 24. Mai - 22. September 2013, WV-Nr. 311 (Abb.)

€ 30.000

"Als Maler glaube ich (koloristisch) das richtige zu tun, noch hier zu bleiben [Paris], meine Farben waren alle zu finster, ja hoffnungslos schwer" (Thöny an Alfred Kubin, 1934)

Wilhelm Thöny verbrachte seine ersten Jahre als Künstler in München und war maßgeblich an der Gründung der "Neuen Secession" beteiligt. In diesem Zusammenhang lernt er Alfred Kubin kennen und es entsteht eine lebenslange Freundschaft. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde er an die Front nach Italien berufen. Sein Stil entfernt sich vom deutschen Impressionismus aus München. Als Regimentsmaler entstehen in dieser Zeit genaue und realistische Werke, die den Alltag der Soldaten wiedergeben sowie Porträts der Offiziere.
Von den Erlebnissen des ersten Weltkrieges gezeichnet verlässt Thöny seine Heimat und er reist nach Frankreich. Seine erste Parisreise im Jahr 1929 veranlasst ihn 1931 seiner Heimatstadt Graz für den Rest seines Lebens den Rücken zu kehren. Ab dieser Zeit wandelt sich ebenso seine Ausdrucksweise. Er findet zu der Technik des Aquarells und zu einer neuen Darstellung des Lichts. Thönys Bildsprache wird lichter, gar heiter.
Die Werke, die ab 1932 in Südfrankreich entstehen, bestechen durch ihre feine Abstimmung der Nuancen und den rhythmischen Duktus. Mit seinen Aufenthalten in Südfrankreich hellt sich seine Farbpalette auf; sie wird wärmer und leuchtender. Die hellen und kühlen Farben der Parisbilder weichen einer breiten Palette an Grüntönen unter die sich Nuancen von Gelb, Ocker und Rot mischen. Der gesteigerte Farbenreichtum verliert sich dennoch nie in überladender Buntheit, sondern betont vielmehr den unwiederholbaren Augenblick des Naturerlebnisses.
Er befreit seinen Pinselstrich und fängt die ungewöhnliche Lichtsituation in flüchtig gemalten Erinnerungsbildern ein. Die Landschaft ist menschenleer und Gebäude und Anlagen wirken homogen mit ihrer Umgebung.

Zeitlebens bewegt sich Wilhelm Thöny an verschiedenen Orten und Lebenssituationen. Heute gilt er als einer der bedeutendsten Künstler der österreichischen Klassischen Moderne und als Pionier der Moderne in der Steiermark. (AKE)