Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

07. Juni 2016, 18:00 Uhr

0277

Alfons Walde*

(Oberndorf 1891 - 1958 Kitzbühel)

„Tiroler Bergdorf (Auracher Kirchl)“
1938
Öl auf Karton
59,5 × 42,5 cm
Signiert links unten: A. Walde
Originaler Atelieraufkleber mit eigenhändiger Bezeichnung rückseitig: "Tiroler Bergdorf" / Alfons / Walde / Kitzbühel, Tirol, Austria / 1938.
Originalrahmen

Provenienz

Ende der 1940er Jahre vom Vater des jetzigen Eigentümers direkt beim Künstler erworben (Privatbesitz, Wien)

Gutachten von Peter Konzert, Innsbruck, vom 24. 04. 2012, liegt bei.
Das Bild ist im Werkarchiv von Alfons Walde mit der Nummer D-LA-463 registriert.

€ 260.000

Die Ansicht der Kirche von Aurach im Tiroler Unterland hat Alfons Walde öfters, in unterschiedlichen Formaten gemalt. Walde wählte für dieses Bild meist den allgemeinen Titel "Tiroler Bergdorf". Der Blick von oben auf die kleine Dorfkirche mit dem Zwiebeldach und die schneebedeckte Umgebung an einem sonnigen Wintertag stellt den Inbegriff eines dörflichen Idylls in Tirol dar.

Unvergleichbar verstand es Walde, den Typus der alpinen Landschaft und des Tiroler Lebensraumes mit einer einfachen einprägsamen Bildsprache zu vermitteln. Bewusst hat er seine Motive mit geringfügigen Variationen wiederholt und im eigenen Verlag Farbpostkarten und Kunstdrucke publiziert. "Das Auracher Kirchl" war die erste Postkarte, die Walde in hoher Zahl vertrieb, seine Popularität als Künstler wurde dadurch noch gesteigert. Zugleich fungierten seine Bilder, die untrennbar mit seiner Heimatregion verbunden waren, als wichtiger Werbeträger für die Tourismusstadt Kitzbühel. In einer Zeit, wo viele Künstler die Tragik des menschlichen Dasein thematisierten, hat Walde in seinen Bildern eine unbeschwerte Gegenwelt mit friedlichen Lebensräumen, stillen Naturschönheiten und der Vorstellung des Einklangs von Mensch und Natur entworfen. Er hat sich damit - wie kaum ein anderer österreichischer Künstler - in die Wahrnehmung einer breiten Öffentlichkeit eingeschrieben. (CMG)