Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

24. November 2015, 16:00 Uhr

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Objekt

0001

Egon Schiele

(Tulln 1890 - 1918 Wien)

„Burg Kreuzenstein am Morgen“
1906
Aquarell, Gouache auf Papier
19 × 18,7 cm
Betitelt und datiert links oben: Burg Kreuzenstein am Morgen 06
Signiert rechts oben: Schiele
Rückseitig beschrieben: Sehr schön

Provenienz

österreichischer Privatbesitz

Wir danken Jane Kallir für die Bestätigung der Authentizität des Werkes. Das Bild wird mit der Nummer D. 70A in den Nachtrag des Werkverzeichnisses aufgenommen.

Schätzpreis: € 15.000 - 30.000
Ergebnis: € 30.000
Auktion ist beendet.

„Kaiser Wilhelm unternimmt heute von Wien aus einen Ausflug nach Burg Kreuzenstein an der Donau, eine der prächtigsten Erneuerungen mittelalterlicher Burgbauten in Österreich. Auf den alten, unverwitterten Grundmauern hat Graf Wilczek eine neue mächtige Feste wieder erstehen lassen, treu dem Bilde folgend, wie sie einst im fünfzehnten oder sechzehnten Jahrhundert, im Stile der ausgehenden romanischen oder jenem der gotischen Periode, ausgesehen haben mag.“ (aus: Agramer Zeitung, 7. Juni 1906, Nr. 145, S. 6)

Auch wenn die Behauptung, dass die Burg getreu ihrer mittelalterlichen Mauern wieder errichtet worden war, nicht korrekt ist, verdeutlicht diese Zeitungsmeldung doch die Sensation, die von der Neuerrichtung dieser Burg ausging. Graf Wilczek hatte die Burg nach seinen Vorstellungen auf den Grundmauern des mittelalterlichen Vorgängerbaus errichten lassen.
Egon Schiele, der diese Sensation sicher verfolgt hat, gibt dieses Motiv im Jahre 1906 - es ist sein erstes Jahr auf der Akademie der bildenden Künste - wieder. In noch sehr früher und akademischer Manier erfasst er detailgetreu die Ansicht der neuen Burg. Auf der Rückseite des Blattes gibt es einen Vermerk „Sehr schön“. Dieser könnte von einem der Lehrer Schieles stammen, die ihn in seiner Anfangszeit unterrichtet haben. (AKE)