Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

24. November 2015, 16:00 Uhr

0065

Alfons Walde*

(Oberndorf 1891 - 1958 Kitzbühel)

„Einsamer Berghof“
um 1934
Öl auf Karton auf Holz
42 × 67 cm
Signiert rechts unten: A. Walde
Originales Künstleretikett mit Titel rückseitig
Originalrahmen

Provenienz

direkt vom Künstler erworben, seither in Besitz der Familie des ersten Eigentümers (Privatbesitz, USA)

Das Bild ist im Werkarchiv von Alfons Walde registriert.

 € 350.000

Mit vom Sonnenlicht überstrahlten Winterbildern konnte sich Alfons Walde als "Maler des Schnees" schlechthin positionieren. Das Wintersujet "Einsamer Berghof" wurde zum Inbegriff einer stillen Winterpracht in den Tiroler Bergen, in die der gelernte Architekt Walde die Bauernhöfe gekonnt tektonisch einbaute. Der Mensch - hier eine Mutter mit ihrem Kind am Arm - erscheint als bloße Staffage. Das Element des Schnees wird durch Waldes Malerhand in eine fast greifbare, autonome Materie verwandelt. Voluminös und plastisch gebauscht, wird die weiße Pracht zu einer amorphen Masse, die Mulden und Kuppen in die Landschaft formt und sich in nuancenreichen Weiß-Blau-Schattierungen über die Gebirgskulisse des Hintergrunds legt. Unverwechselbar sind die weiche Linienführung und der subtile Umgang des Malers mit Licht und Schatten.

Alfons Waldes Aufstieg als Künstler ging einher mit der Entwicklung Kitzbühels zu einer florierenden Tourismusregion. Bei den ausländischen Gästen fanden die Bildschöpfungen Waldes in den zwanziger und dreißiger Jahren viel Ankang, sodass sich schon damals beachtliche Verkaufserfolge einstellten. Waldes unbeschwerter Blick auf sonnenbeschienene Schneelandschaften und die typische Lebenswelt Tirols entsprach der städtischen Idealvorstellung einer unberührten Natur und unverdorbenen ländlichen Lebensweise. Bis heute haben Alfons Waldes Bilder nichts von ihrer Strahlkraft eingebüßt. (CMG)