Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

26. November 2015, 18:00 Uhr

1360

David Ryckaert

(Antwerpen 1612 - 1661 Antwerpen)

„"Wie die Alten sungen, so piepen die Jungen"“
Öl auf Holz, auf Holz kaschiert
57 × 88 cm

Provenienz

Versteigerung Dorotheum, Wien, 2. Dezember 1975, Lot 122; Wiener Privatsammlung

Wir danken Fred Meijer, Rijksbureau voor kunsthistorische Documentatie (RKD), Den Haag, für die Bestätigung des Gemäldes als Werk von David Ryckaert nach der Besichtigung im Original. / We are grateful to Fred Meijer, Rijksbureau voor kunsthistorische Documentatie (RKD), Den Haag, for confirming the painting as work by David Ryckaert after examination in original.

€ 7.500

Vorliegendes Gemälde porträtiert eine fröhliche Gesellschaft, die sich zu einem heiteren Miteinander um den Tisch versammelt hat; es gibt reichlich Getränke und Pfeifen werden genüsslich geraucht. Während die ältere Generation am Tisch sitzt, befinden sich die Kinder rechts davon in einer separaten Gruppe. Die Eltern zum Vorbild nehmend, hantieren auch sie bereits mit ihren Pfeifen. Ryckaert spielte mit dieser Komposition und fertigte mehrere Variationen dieses Themas an, wie zum Beispiel im Bild aus dem Staatsmuseum Budapest (Inv.Nr. 54.1780) zu sehen ist (vgl. Bernadette van Haute, David III Ryckaert. A Seventeenth-Century Flemish Painter of Peasant Scenes, Turnhout 1999, Kat.Nr. 21, 22, 33 und 49).
Das Gemälde nimmt Bezug auf die Weisheit „Wie die Alten sungen, so piepen die Jungen“, eines der vielen überaus beliebten und bekannten Sprichwörter, die in der jungen Republik der Niederlande so häufig bildlich dargestellt wurden. David Ryckaerts Zeitgenossen erkannten die alte Weisheit „Soo de Oude songe, soo pypen de jonge“ mit Sicherheit sofort. Diese Art von kurzen Redensarten hatte sich schließlich schon im Laufe des 15. Jahrhunderts etabliert, weshalb es um 1700 durch konstante Überlieferungen bereits eine lange Sprichworttradition gab. Vorliegendes Werk beinhaltet also eine heitere Warnung an die Älteren ein gutes Vorbild für die junge Generation zu sein, da diese ihr Verhalten übernimmt.