Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

16. Juni 2015, 15:00 Uhr

0007

Jan van Kessel der Jüngere

(Antwerpen 1654 - 1708 Antwerpen)

„Paar - Stillleben: "Blumenkorb mit Papagei" und "Porzellanschale mit Obst und Eichhörnchen"“
1680er Jahre
Öl auf Kupfer
16,4 × 20,9 cm bzw. 16,4 × 21,4 cm

Provenienz

österreichische Privatsammlung

Zwei Kurz-Gutachten Dr. Klaus Ertz, Lingen, den 25. und 27. April 2015, liegen bei.

€ 28.000

Im Jahre 1654 geboren, verbrachte Jan van Kessel der Jüngere die erste Hälfte seiner Karriere in seinem Heimatort Antwerpen. Ab 1678 arbeitete der Künstler ausschließlich in Spanien, wo sein Erfolg im Jahr 1686 durch die Ernennung zum Hofmaler Karls II. gekrönt wurde. Aus dieser Zeit stammen auch die beiden vorliegenden Gemälde.
In seinen Werken erkennt man eindeutig die Familientradition: war doch sein Vater, Jan van Kessel der Ältere (1626-1679), ein Enkel Jan Brueghels dem Älterem (1568-1625) und hatte selbst die Ausbildung bei Jan Brueghel dem Jüngeren (1601-1678) absolviert. Auch Jan van Kessel der Jüngere arbeitete als Stilllebenspezialist und übernahm vielfach die Motive seines Vaters. Er fand jedoch bald einen eigenständigen künstlerischen Weg für die Darstellung der üppigen Blumen- und Früchtestillleben, indem er sich mehr auf klar umrissene Bildelemente konzentrierte und die Motivfülle meist in Nahsicht vor einem einfachen dunklen Grund darstellte.

Diese beiden Kupfertafeln zeigen mit den Blumen und Früchten die zwei Typen von Stillleben, durch die die Familie van Kessel so berühmt geworden ist. Ein besonderes Detail im vorliegenden Früchtestillleben ist das Eichhörnchen in der rechten Ecke, das offenbar dieses Festmahl genießt. Es war Tradition, Begleittiere, wie Käfer, Schmetterlinge oder Vögel, in solche Darstellungen aufzunehmen; allerdings hatte Jan van Kessel der Jüngere eine Vorliebe für besondere Tiere, wie das hier dargestellte Eichhörnchen oder beispielsweise ein Hamster in einem weiteren Früchtestillleben beweisen (Enschede, Rijksmuseum Twenthe, Inv.-Nr. 0012; Klaus Ertz, Die Maler Jan van Kessel, Lingen 2012, S. 14, Kat.-Nr. 130).