Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

24. März 2015, 16:00 Uhr

0151

Peter Proksch*

(Wien 1935 - 2012 Wolkersdorf)

„Die vier Elemente“
1985/86
Harzöl, Eitempera auf Holzfaser
70 × 100 cm
Signiert und datiert rechts unten: Proksch 1985/86

Provenienz

Privatsammlung, Wien

Literatur

Alexander Giese, Peter Proksch, Gemälde, Zeichnungen, Gouachen von 1957 bis 1990, Wien 1991, Abb. S. 88

€ 30.000

Das Interesse Peter Proksch‘ an Mythen, Sagen und Religion zieht sich durch sein ganzes Werk und beginnt bereits in seiner Studienzeit an der Akademie der Bildenden Künste. Die vier Elemente sind dabei ein oft wiederkehrendes Thema, wobei die Ausarbeitung als vollständige und detaillierte Landschaft besonders ist. Hier treffen sich vor einem zweigeteilten, endzeitlichen Himmel Wesen des Feuers, der Erde und der Luft an einem von Wassertieren belebten Quell. Die ihnen zugeordneten Elemente sind als Versatzstücke von Landschaft – ein Fels, eine feurige Höhle, ein Baum, usw. – in den größeren Zusammenhang einer weiten Ebene vor einem Bergpanorama eingepasst. Proksch, ein Exponent der Wiener phantastischen Malerei und in vielerlei Hinsicht ein typischer Vertreter, hat seine Ausdrucksform früh gefunden und beibehalten, um Symbole und ihre Verankerung im menschlichen Unbewussten zu erforschen. „Das Sichtbare ist auch für Peter Proksch nur ein Zeichen für eine nicht sichtbare Weltordnung, der er sich konsequent über seine Kunst annähert…“. (Ulrike Guggenberger, in: Phantastischer Realismus, Salzburg 2006, 20.)
Die brillante, glasklare Farbigkeit, die den Eindruck eines von sich aus strahlenden, beinahe luftleeren Raums erzeugt, entsteht durch die Verwendung altmeisterlicher Techniken. Bei der Eitemperamalerei wird die Oberfläche aus einzelnen hauchzarten Lasuren aufgebaut und schließlich noch mit Weiß gehöht, wodurch die Farben satt und tief erscheinen und dem Gemälde Strahlkraft verleihen. Die Verwendung von Eitempera führt zu einer kristallinen Klarheit, welche das Bild gleichsam in einem Raum zwischen Realität und Transzendenz hält: Der Naturalismus des Gemalten ist sehr hoch und dennoch ordnen Farben und Licht das Dargestellte einer anderen Ebene zu. Gleichzeitig stellt sich Proksch so in eine Malertradition, die bis zur deutschen und italienischen Frührenaissance zurückreicht und auch inhaltlich, als Malerei des Jenseitigen, Mysthischen, dort Anknüpfungspunkte findet. (Nina Binder)