Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

26. November 2014, 15:00 Uhr

0453

Wolfgang Hollegha*

(Klagenfurt 1929)

„Komposition“
1970
Öl auf Leinwand
240 × 260 cm
Signiert links unten: Hollegha

Provenienz

Aus einer österreichischen Sammlung (seit 1974)

 € 40.000

Dicht drängen sich die Farbflecke auf der Leinwand, die mit 2,4 x 2,6 m eines der eher mittelgroßen Formate Holleghas ist. Die Farbwerte sind nicht rein sondern mischen sich, vom sanften Spiel miteinander gehen sie zum spannungsgeladenen Wirbeln über, sie tauschen sich aus, dringen in einander. Das Weiß der Leinwand zeigt sich nur sporadisch und setzt einzelne starke Akzente zur eher gedämpft gehaltenen Farbigkeit. Dies spricht für eine Einordnung des Werks in die 80er oder frühen 90er Jahre. „In den Jahrzehnten (…) hat sich Holleghas Malerei nicht wesentlich verändert, sie ist nur noch bestimmter geworden. Seine Malerei ist in ihrer Zeitlosigkeit und Konstanz bezwingend. Der Maler lebt seine Ideale und nimmt weder auf Markt noch auf Moden Rücksicht. Dass er seine großen Bilder in seinem turmhohen Atelier am Rechberg zunächst und in erster Line für sich malt, ist nicht der unwesentlichste Aspekt dieser Haltung.“ (Susanna Bichler, in: Hollegha. Ausstellungskatalog Sammlung Essl 19.02.-18.04.2004, Klosterneuburg/Wien 2004, S. 21.)
Hollegha, berühmter Mitbegründer der abstrakten Malerei im Österreich der Nachkriegszeit und Mitverschwörer in Monsignore Otto Mauers Vierergruppe – Mikl, Rainer, Prachensky, Hollegha, - entwickelt seine Bilder aus der Natur, die Motive selbst sind – wenn überhaupt –nur noch am Titel zu erkennen. Dennoch ist das Arbeiten in und vor der Natur wichtig. Holleghas Malerei ist sich nicht Selbstzweck sondern dient der Wiedergabe des Wahrgenommenen auf subjektive Weise, ist die Übersetzung des Motivs in Farbe und Schwingung. „Ist ein Bild gelungen, lebt es von der Balance leuchtender und transparenter, leerer und voller Flächen, von der Ausgewogenheit von Farbe und Form, Inhaltlichkeit und autonomer Malerei, wilder Handschriftlichkeit und ruhiger Komposition; es ist dann „richtig“, wie Hollegha es ausdrückt.“ (ebd. S. 18.) (Nina Binder)