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Auktion: Zeitgenössische Kunst

26. November 2014, 15:00 Uhr

Objektübersicht
Objekt

0401

Eduard Angeli*

(Wien 1942)

„Il Redentore“
2013
Öl auf Leinwand
100 × 100 cm
Rückseitig signiert und datiert: Angeli 2013

Literatur

Klaus Albrecht Schröder, in: Angeli. Katalog zur Ausstellung in der Galerie Wienerroither und Kohlbacher, Wien 2013

€ 17.000

Venedig, der langjährige zweite Wohnsitz Eduard Angelis, taucht im Werk der letzten 15 Jahre immer wieder auf, selten jedoch sind erkennbare, historische Bauten dargestellt. Oft ist es nur ein am Horizont sichtbarer Streifen Land, vielleicht mit einer sehr fein erkennbaren Stadtsilhouette. Meist sind diese Kompositionen nur durch den Titel erkennbar; bei „Santo Spirito fern“ von 2010 etwa flimmert auf der lichten Fläche der kaum gegliederten Leinwand nur einen dunklen Schimmer am Horizont, Santo Spirito in weiter Ferne, über das Meer. Andere Venedigbilder zeigen verlassene Straßen, Fabriksgebäude. „Il Redentore“ bildet hier eine Ausnahme, doch ist es auch in diesem Fall nicht eigentlich eine Abbildung und Wiedergabe eines bekannten Gebäudes und Postkartenmotivs, sondern die Stimmung, die thematisiert ist und den Betrachter fesselt: Stille, menschenleere Einsamkeit, und Angelis wunderbares Licht, das den Himmel einnimmt, auf der großartigen Fassade des Redentore und der glatten Oberfläche des Wassers spielt.
Typisch für Angelis Landschaften wird das Bild bestimmt von den Blöcken des Himmels und der Erde, die hier allerdings farblich stark differenziert sind. Die etwa in der Bildmitte angesetzte Wassergrenze geht unmittelbar in die zu geometrischen Blöcken reduzierten Häuser zu Seiten der Kirche über, Il Redentore selbst ist streng frontal dargestellt und zeigt von sich nur die Fassade und die bekrönende Kuppel. Die Farbschicht ist wie ein Hauch und lässt die Struktur des Malgrunds durchscheinen, wodurch der Effekt einer südlichen Atmosphäre der Dämmerung verstärkt wird – die Luft, das Licht scheinen zum Greifen. Die Farbpalette ist typisch, helle Rot- und Brauntöne dominieren, Blau und Violett kommen dazu. Es herrscht eine perfekte Ballance zwischen den einzelnen Körpern, die durch den Verzicht auf Details getragen wird. Das Gemälde reiht sich in die vielen tiefgründigen, wunderbar stillen Venedigdarstellungen des Künstlers ein und steht zugleich ganz für sich. Ein wunderbares Beispiel von „Venedig und dessen mythischer Gestalt als tote Stadt in Angelis Werk der letzten fünfzehn Jahre.“ (Klaus Albrecht Schröder, in: Angeli. Katalog zur Ausstellung in der Galerie Wienerroither und Kohlbacher, Wien 2013.) (Nina Binder)