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Auktion: Klassische Moderne

13. Mai 2014, 17:00 Uhr

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Objekt

0105

Alfons Walde*

(Oberndorf 1891 - 1958 Kitzbühel)

„Bauernhof am Wilden Kaiser bei Kitzbühel“
um 1930
Öl auf Karton
50 × 69,5 cm
Signiert rechts unten: A. Walde
Künstleretikett mit Titel rückseitig
Originaler Künstlerrahmen

Provenienz

österreichischer Privatbesitz

Das Bild ist im Werkarchiv von Alfons Walde registriert.

€ 160.000

Der Landschafts- und Lebensraum seiner Tiroler Heimat inspirierte Alfons Walde zu einzigartigen Bildschöpfungen und bot ihm einen reichen Motivfundus, auf den er in unzähligen Varianten zurückgreifen konnte. Monumental komponierte Landschaften wie unsere hier präsentierte Darstellung eines "Bauernhofs am Wilden Kaiser bei Kitzbühel" vermitteln das charakteristische alpine Ambiente und die atmosphärische Kraft einer Natur, in die sich die Tiroler Berghöfe wie selbstverständlich einfügen. Der Kontrast zwischen weichen Hügelformationen und der schroffen, felsigen Gebirgskulisse ist ebenso charakteristisch wie der dicke Farbauftrag und das fein modulierte Spiel von Licht und Schatten. Facettenreich hält Walde auf seinen Bildern die Landschaft im Wechsel der Jahreszeiten fest: Als markantes Detail steht ein knorriger Baum im Zentrum des vorliegenden Bildes, dessen durchlichtestes Blattwerk in herbstlichen Farben strahlt, während die Schneeflecken auf den Bergen bereits die kommende Jahreszeit ankündigen. Das leuchtende Weiß des Schnees findet in der Mauer des Bauernhofs seinen koloristischen Widerhall.

Alfons Walde wurde am 8. Februar 1891 in Oberndorf in Tirol geboren. 1910 begann er, an der Technischen Hochschule in Wien Architektur zu studieren. Neben den vorgeschriebenen Fächern belegte er auch Vorlesungen in Freihandzeichnen, Aktzeichnen und Aquarellieren. Durch die Bekanntschaft mit dem Architekten Robert Oerley, der 1911/12 Präsident der Wiener Secession war, lernte er die Wiener Avantgarde jener Zeit kennen. Prägende künstlerische Vorbilder wurden für ihn Gustav Klimt und Egon Schiele. Mit letzterem verband ihn später auch eine enge Freundschaft.
Während des Krieges - Walde absolvierte seinen Dienst bei den Tiroler Kaiserschützen - setzte er sein Studium an der Technischen Hochschule in Wien fort. Obwohl er sich nach dem Krieg in Kitzbühel niederließ, hielt er den Kontakt zur Wiener Künstlerszene und stellte schon 1920 wieder in der Secession aus. Erfolg und Anerkennung blieben nicht aus. Als Maler und Graphiker genoss Walde zunehmend große Beliebtheit: 1932 erhielt er den Auftrag, das erste offizielle Tirol-Plakat zu gestalten. Doch nicht nur in seiner Heimat fanden seine Werke Resonanz, mit Beginn der dreißiger Jahre sicherte sich der Künstler vielmehr auch internationale Reputation: seine Werke waren etwa auf Ausstellungen in Berlin, Rom, Budapest, Pittsburgh, Cleveland und Paris zu sehen. Neben der Malerei war Walde auch als Architekt tätig. So baute er die Tal- und Bergstation der Hahnenkammbahn und ein Haus für seine Familie in Kitzbühel. Als späte Ehrung wurde ihm 1956 der Professorentitel verliehen. Alfons Walde starb am 11. Dezember 1958 in Kitzbühel. (CMG)