Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

26. November 2013, 17:00 Uhr

0577

Ludwig Ferdinand Graf

(Wien 1868 - 1932 Wien)

„Regenbogen“
1895
Öl auf Leinwand
70,5 × 101 cm
Signiert und datiert links unten: LF Graf 1895
Eigenhändig bezeichnet rückseitig: LF Graf / 1895 / Waldstein / b. Peggau / Stmk; Ludwig Ferd. Graf / Wien III / Reisnerstraße 26
alte Etiketten rückseitig

Provenienz

Privatbesitz, Wien

Ausstellung

1902, 2. Hagenbund-Ausstellung, Wien, Kat.-Nr. 33 (Rest eines Klebeetiketts verso); 1906, Kunstsalon Keller & Reiner, Berlin (Klebeetikett verso); 1920 und 1925, 36. und 50. Hagenbund-Ausstellung, Wien, Kat.-Nr. 39; 1933, Gedächtnis-Ausstellung Hagenbund, Wien, Kat.-Nr. 9; 1976, Nebehay, Wien, Kat.-Nr. 3

Literatur

Herbert Giese, "Ludwig Ferdinand Graf. Was man sieht, ist Farbe", in: Parnass, März / April 1992, Wien, S. 39-43, Farbabb. S. 39; Ludwig Ferdinand Graf 1868-1932, Katalog Österreichische Galerie, Belvedere, Wien 1995, WV-Nr. 038, S. 153, Farbabb. S. 53

Schätzpreis: € 15.000 - 30.000
Ergebnis: € 18.000
Auktion ist beendet.

Das 1985 entstandende Gemälde "Regenbogen", das der Künstler auf der Rückseite mit "Waldstein bei Peggau in der Steiermark" lokalisiert, wurde 1902 auf der 2. Hagenbund-Ausstellung erstmals präsentiert. Ludwig Ferdinand Graf war dort mit acht Bildern vertreten, wobei das Bild "Regenbogen" das einzige Ölgemälde darstellte. Aus Anlass der 50. Hagenbund-Ausstellung im Jahre 1925 wurde das Bild im Neuen Wiener Tagblatt eingehend gewürdigt: "So entstanden Bilder, deren Datum einmal späteren Generationen von Kunsthistorikern ein Rätsel sein wird. Da hängt in der Ausstellung ein Bild, Nr. 39, 'Der Regenbogen': es trägt das Datum 1895. Kein Mensch, der die malerische Entwicklung der letzten Menschenalter verfolgt hat, der weiß, worum es künstlerisch in den neunziger Jahren in Wien - oder auch in Paris - ging, würde für möglich halten, daß dieses Bild vor 1922 entstanden ist. So vereinfacht ist der Vorwurf gesehen, so fest, in selbstwirkender Körperhaftigkeit ist die Farbe aufgebaut, über die dann mit dem trockenen Pinsel der durchsichtige Wasserdunst abziehenden Regens gestrichen ist. Bilder wie dieses geben einem Anlaß zu den ketzerischsten Gedanken über die Richtigkeit und den Wert aller historischen Vereinfachungen und zeigen ihnen gegenüber mit starker Betonung die Autonomie einer künstlerischen Persönlichkeit." (Ernst H. Buschek, 25 Jahre Hagenbund, in: Neues Wiener Tagblatt, 24. Juni 1925, zitiert in: Kat. Österreichische Galerie, Belvedere, Wien 1995, S. 153)

"Grafs künstlerische Arbeit (…) besteht in der Klärung von Form und Farbe entlang der Natur, eine Natur, die er freilich niemals verläßt. (…) Form und Farbe als Ausdrucksmittel wollen überprüft und neu definiert werden. Und so unternimmt er es in immer neuen Anläufen, eine (seine) neu 'Schrift' zu entwickeln.
Diese Schrift ist bald signifikant. Ihr Hauptmerkmal ist Starkfarbigkeit. Schon früh hat sich Graf von der Ausdrucksstärke und 'Richtigkeit' der kräftigen Farbe überzeugen lassen; schon in den 90er Jahren scheut er sie nicht, malt gelbe Felder und blaue Himmel, rote Dächer und grüne Wiesen, ungebrochen und ungemischt. Ja sogar den Regenbogen malt er, als eine Art Bekenntnis zu den Farben des Spektrums. Er wird diese Starkfarbigkeit nie verlassen. (…)" (Herbert Giese, Bemerkungen zur Person und zum Werk, in: Ludwig Ferdinand Graf, Kat. Österreichische Galerie, Belvedere, Wien 1995, S. 34)