Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

26. November 2013, 17:00 Uhr

0521

Herbert Boeckl*

(Klagenfurt 1894 - 1966 Wien)

„Bildnis Heinrich Benesch I“
1931
Öl auf Leinwand
100 × 70 cm

Provenienz

Maria Unger, Wien; Dipl.-Ing. Clemens Unger, Wien; Galerie und Auktionshaus Hassfurther, Wien, Auktion am 9. November 2000, Kat.-Nr. 65; Privatbesitz, Wien

Ausstellung

Ausgestellt: 1979 Graz, Kat.-Nr. 58

Literatur

Gerbert Frodl, Boeckl, 1976, S. 191, Kat.-Nr. 189; Auktionskatalog Wien, Hassfurther, 22. 10. 1998, S. 21, Kat.-Nr. 7; Auktionskatalog Wien, Hassfurther, 9. 11. 2000, S. 89, Kat.-Nr. 65; Agnes Husslein-Arco (Hg.), Herbert Boeckl, Retrospektive, Katalog mit Werkverzeichnis der Ölbilder, Skulpturen, Fresken und Gobelins, Belvedere Wien, 21. Oktober 2009 - 31. Januar 2010, WV-Nr. 212, Abb. S. 364

€ 70.000

Heinrich Benesch (1862-1947), Zentralinspektor der Südbahn und Kunstsammler, war Vater des Kunsthistorikers Otto Benesch. Heinrich Benesch gehörte zu den ersten und wichtigsten Förderern Egon Schieles.

Herbert Boeckl war einer der einflussreichsten und prägendsten Maler der österreichischen Nachkriegskunst. Als impulsgebender Professor und Leiter des berühmten „Abendaktes“ an der Akademie übte er nachhaltige Wirkung auf die nach dem Krieg heranreifende Avantgarde aus.
1894 in Klagenfurt geboren, war Boeckl als Maler Autodidakt. Schon früh stand er in engem Kontakt mit Oskar Kokoschka und Egon Schiele, der ihn an den Wiener Kunsthändler Gustav Nebehay vermittelte.
Wegweisend für die eigene künstlerische Entwicklung war die Beschäftigung mit der französischen Malerei und vor allem jener Paul Cézannes, der für Boeckls gesamtes Oeuvre die Rolle des wesentlichen künstlerischen Vorbilds spielen sollte.
Neben der Landschaft, dem Stillleben und der Aktdarstellung gehörte das Porträt zu Boeckls bevorzugten Bildthemen. Charakteristisch ist die Distanz, die er zur dargestellten Person einnimmt ohne ein besonderes Interesse an einer psychologisierenden Andeutung. Die Farbe wird dick, teils mit dem Palettenmesser, auf die Leinwand aufgetragen. Das expressive Kolorit erhält bildtragende Funktion, es dominiert die Form.
Das Bildnis Heinrich Benesch I entstand 1931, zu einer Zeit, in der Boeckl bereits auf große öffentliche Resonanz stieß und sich seine Karriere zu festigen begann. 1934 erhielt er den Österreichischen Staatspreis, 1935 wurde ihm die Leitung der Malklasse an der Akademie übergeben und er nahm an der Weltausstellung in Brüssel teil. (CMG)