Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

18. Juni 2013

0821

Alfons Walde*

(Oberndorf 1891 - 1958 Kitzbühel)

„Herbst auf der Alm“
1930er
Öl auf Karton
46,5 × 57 cm

€ 145.000

Alfons Walde*
(Oberndorf 1891 - 1958 Kitzbühel)

Herbst auf der Alm, 1930er Jahre
Öl auf Karton; 46,5 x 57 cm
Signiert rechts unten: A. Walde
Originales Künstleretikett mit handschriftlicher Bezeichnung des Künstlers rückseitig
Expertise von Dr. Gert Ammann vom 20. 01. 2009 liegt bei.

"…das mir im Original vorgelegte Werk 'Herbst auf der Alm' (ist) m. E. eine originale Arbeit des Kitzbüheler Malers Alfons Walde (1891-1958). Das Gemälde 'Herbst auf der Alm' ist in Öl auf Karton gemalt, misst in der Höhe 46,5 cm und in der Breite 57 cm und ist rechts unten mit: A. Walde signiert. Die Rückseite ist in Naturbraun gestrichen und weist in der Mitte ein links und rechts abgerissenes Etikett mit dem gedruckten Schriftzug: Alfons Walde / Kitzbühel / Tirol (6,8 x 9,5 cm) und der handschriftlichen Bezeichnung des Künstlers: …t auf der Alm auf. Der Originalrahmen ist auf der Frontseite in Silber gefasst. Das Motiv 'Herbst auf der Alm' ist eine im Detail sehr dichte und koloristisch differenzierte Fassung wohl aus den Dreißigerjahren." (Gert Ammann, 20.01. 2009)

Der Landschafts- und Lebensraum seiner Tiroler Heimat inspirierte Alfons Walde zu einzigartigen Bildschöpfungen und bot ihm einen reichen Motivfundus, auf den er in unzähligen Varianten zurückgreifen konnte. Waldes Landschaften vermitteln das charakteristische alpine Ambiente und die atmosphärische Kraft einer Natur, in die sich die Tiroler Berghöfe wie selbstverständlich einfügen. Der Kontrast zwischen weichen Hügelformationen und der schroffen, felsigen Gebirgskulisse kennzeichnet Waldes Bilder ebenso wie der dicke Farbauftrag und das fein modulierte Spiel von Licht und Schatten.
Waldes Sujets genossen nicht nur in Tirol große Popularität, mit Beginn der dreißiger Jahre sicherte sich der Künstler vielmehr auch internationale Reputation: seine Werke waren etwa auf Ausstellungen in Berlin, Rom, Budapest, Pittsburgh, Cleveland und Paris zu sehen.

Alfons Walde wurde am 8. Februar 1891 in Oberndorf, Tirol geboren. 1910 begann er, an der Technischen Hochschule in Wien Architektur zu studieren. Neben den vorgeschriebenen Fächern belegte er auch Vorlesungen in Freihandzeichnen, Aktzeichnen und Aquarellieren. Durch die Bekanntschaft mit dem Architekten Robert Oerley, der 1911/12 Präsident der Wiener Secession war, lernte er die Wiener Avantgarde jener Zeit kennen. Prägende künstlerische Vorbilder wurden für ihn Gustav Klimt und Egon Schiele. Mit letzterem verband ihn später auch eine nahe Freundschaft.
Während des Krieges - Walde absolvierte seinen Dienst bei den Tiroler Kaiserschützen - setzte er sein Studium an der Technischen Hochschule in Wien fort. Obwohl er sich nach dem Krieg in Kitzbühel niederließ, hielt er den Kontakt zur Wiener Künstlerszene und stellte schon 1920 wieder in der Secession aus. Erfolg und Anerkennung blieben nicht aus. Als Maler und Graphiker genoss Walde zunehmend große Beliebtheit: 1932 erhielt er den Auftrag, das erste offizielle Tirol-Plakat zu gestalten. Neben der Malerei war Walde auch als Architekt tätig. So baute er die Tal- und Bergstation der Hahnenkammbahn und ein Haus für seine Familie in Kitzbühel.
Durch die Wirren des Zweiten Weltkriegs und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten verflachte seine Karriere etwas. Als späte Ehrung wurde ihm 1956 der Professorentitel verliehen. Alfons Walde starb am 11. Dezember 1958 in Kitzbühel. (CMG)