Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

20. Juni 2013, 16:00 Uhr

0029

Johann Georg de Hamilton

(Brüssel 1672 - 1737 Wien)

„Schimmel in Kapriole“
Öl auf Leinwand
72 × 57 cm

Schätzpreis: € 15.000 - 30.000
Meistbot: € 22.000
Auktion ist beendet.

Johann Georg de Hamilton oder Werkstatt
(Brüssel 1672–1737 Wien)
Kavalier in rotem Frack auf einem Schimmel in der Kapriole
Öl auf Leinwand; 72 × 57 cm
Provenienz: Österreichische Privatsammlung

Johann Georg de Hamilton stammt aus einer schottischen Familie, die in die Niederlande ausgewandert war. 1698 kam er mit seinem Bruder Philipp Ferdinand nach Wien, wo er 1712 unter Karl VI. zum kaiserlichen Kammermaler ernannt wurde. In seiner Werkstatt hatte er sich – wie schon sein Vater James Hamilton – auf die Tier-und Stilllebenmalerei konzentriert. Neben kaiserlichen Aufträgen wie das Rösselzimmer in Schönbrunn, das er gemeinsam mit seinem Bruder Philipp Ferdinand gestaltete, führte Johann Georg von Hamilton zahlreiche Arbeiten für die Fürstenhäuser Liechtenstein und Schwarzenberg aus.
Hamiltons Spezialität waren die Porträts edler Rösser in den kaiserlichen und fürstlichen Ställen. Vorliegendes Gemälde zeigt umgeben von einer barocken Parklandschaft einen Schimmel in der Kapriole. Dieser Sprung gilt in der klassischen Reitkunst als eine der schwierigsten Dressurfiguren und zählt wie auch die Croupade und Ballotade zu den „Schulen über der Erde“. So schrieb schon François Robichon de la Guérinière im Jahre 1733 in seiner grundlegenden Anleitung zur Reitkunst (Ecole de cavalerie): „Die Capriole ist der höchste und vollkommenste von allen Sprüngen. Wenn das Pferd mit Vor- und Hinterhand gleich hoch in der Luft ist, so streicht es stark hinten aus, und die Hinterschenkel sind in diesem Augenblick nahe beisammen und es streckt sie viel als möglich aus.“
Ein der berühmtesten barocken Darstellungen dieser Sprungfigur stammt von Johann Georg de Hamilton. Das Gemälde „Kladruber Hengst Cerbero in der Kapriole“ wird um 1721 datiert und befindet sich heute im Bestand des Kunsthistorischen
Museums, Wien (Wagenburg und Monturdepot, Inv.-Nr. WB_Z_85).