Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

18. Juni 2013, 18:00 Uhr

0988

Zoran Music*

(Görz 1909 - 2005 Venedig)

„Wir sind nicht die Letzten“
1971
Öl auf Leinwand
57 × 50 cm

€ 25.000

Zoran Music *
(Görz 1909 - 2005 Venedig)

Wir sind nicht die Letzten, 1971
Öl auf Leinwand; 57 x 50 cm
Signiert und datiert rechts unten: Music 71

Zoran Music wurde am 12. Februar 1909 in Bukovica bei Gorizia geboren. 1934 beendete er sein Studium an der Kunstakademie Zagreb. Anschließend verbrachte er ein knappes halbes Jahr in Spanien. Von 1934 bis 1940 lebte Music in Maribor. 1940 zog er nach Ljubljana, wo er bis 1943 lebte. Im Oktober 1943 ging Music nach Venedig. Dort wurde er im Oktober 1944 verhaftet und im Dezember nach Dachau deportiert, wo er fieberhaft das Leiden im Lagerleben aufzeichnete. Von den etwa 200 Zeichnungen sind 36 erhalten. Nach seiner Befreiung im Juni 1945 kehrte Zoran Music zunächst nach Ljubljana zurück, ging dann aber wieder nach Venedig.
In Venedig fand 1946 die erste Einzelausstellung statt. 1948 besuchten Massimo Campigli, Oskar Kokoschka und Mark Tobey Music in Venedig. Ab 1953 hatte Zoran Music zusätzlich ein Atelier in Paris, das ihm der Fotograf Brassaï zur Verfügung stellte. In den Jahren 1956 - 1960 verbriachte Music alljährlich längere Zeit in Dalmatien. Die Beschäftigung mit der dalmatinischen Landschaft bildete den Ausgangspunkt für einen malerischen Neubeginn. 1970 - 1975 entstand der Werkzyklus „Nous ne sommes pas les derniers“, in dem Music die Schrecken seiner KZ-Erfahrungen in Zeugnisse universell gültiger Tragik verwandelt. Musics Werke wurden in zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt, 1995 fand eine große Retrospektive im Pariser Grand Palais statt.

"Musics Bilder zeigen, dass menschliches Leid auch in der Nivellierung der Todesmaschinerien nicht relativierbar ist. Sie zeigen, dass die Darstellung von Gewalt ohne die Vorstellungskraft, sie würde uns selbst angetan, so gleichgültig bleibt wie eine Hutschachtel, ob mit oder ohne Marken- KZ. Die Präsenz dieser Bilder, ihre imaginäre Wucht und kontemplative Fragilität kommen aus der Erinnerung, einer Erinnerung, die in Visionen wie diesen aufbewahrt wird…. Nicht der billige Schock angeblicher Tabubrüche kann dem Grauen ein Echo verleihen, sondern der mit jedem Bild neu evozierte Schrecken, der nicht vergeht." (Andrea Köhler)