Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

19. März 2013

0214

Wolfgang Stifter*

(Ottensheim 1946)

„Sphinx in Hohen Tauern“
2012
Eitempera und Kohle auf Leinwand
160 × 170 cm

€ 7.000

Wolfgang Stifter *
(Ottensheim 1946 geb.)

Die Sphinx in den Hohen Tauern, 2012
Eitempera und Kohle auf Leinwand; 160 x 170 cm
Zweifach signiert rechts unten: Stifter 79, Stifter 2012
Rückseitig bezeichnet und signiert: Stifter, 1979, Stifter 2012, Die Sphinx in den Hohen T.

Ausgewählt von Peter Baum

WOLFGANG STIFTER
Die Sphinx in den Hohen Tauern, 2012
Eitempera und Kohle auf Leinwand, 160 x 170 cm

Will man jene Künstler aufzählen, in deren Werken man ein geradezu ideales Zusammenspiel von Malerei und Graphik feststellen kann, von farbig gedeckter Fläche und einer das Bildgeschehen deutlich bestimmenden Linie, dann darf in einem derartigen Ranking Wolfgang Stifter nicht fehlen.

Nach dem Studium der Graphik an der Wiener Akademie der bildenden Künste (1964-70), das er zusammen mit Erich Steininger und Ernst Skricka als Meisterschüler des unorthodoxen Talenteschmieds Maximilian Melcher absolvierte, folgten parallel zu seiner Arbeit als freier Künstler seine Jahrzehnte währende Tätigkeit als Pädagoge, Hochschulprofessor und zuletzt als Rektor der Universität für Gestaltung in Linz.

Das nahezu quadratische, beherrscht und zugleich sehr frei, mit Tempo komponierte Bild mit dem amüsanten Titel „Die Sphinx in den Hohen Tauern“ braucht nur wenige gegenstandsbezogene Anmerkungen wie Striche für Bergketten oder Kringel für Wolken, um
ausreichend Assoziationen zu wecken und im Betrachter Reaktionen hervorzurufen, die dem bewegten Bildgeschehen entsprechen.

Stifter setzt alles an die richtigen Stellen und er hält sich trotz furiosen Tempos, das man von ihm gewohnt ist, ausreichend zurück, um nicht den Faden zu verlieren und ein Bild ins Chaos zu stürzen. Die richtige Balance, auf die es ankommt, unterliegt bei aller Erfahrung nach wie vor der momentanen Verfassung und dem stets geforderten Improvisationsvermögen.

Das noble, flächig changierend eingesetzte Taubengrau, das angenehme Kühle verströmt und die Leinwand nur für kurze Zeit bedeckt hält, wird durch stakkatoartig verteilte, schnell und dynamisch gesetzte Flecken und Flächen in hellen bis mittleren Rot-Tönen ergänzt.

Die in der Literatur wie in der bildenden Kunst gleichermaßen geforderte Balance von Andeuten und Aussprechen wird im vorliegenden Werk auf Punkt und Fläche gebracht.

P e t e r B a u m