Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

02. Oktober 2012

0120

Kiki Kogelnik*

(Bleiburg 1935 - 1997 Wien)

„Multi Stripe Head“
1995
Glas
H. 41 cm

€ 20.000

Kiki Kogelnik*
(Bleiburg 1935 - 1997 Wien)

Multi Stripe Head, 1995
Glas; H. 41 cm
Monogrammiert und nummeriert: K. K. 9/40

Kiki Kogelniks facettenreiches Oeuvre entstand über einen Zeitraum von vierzig Jahren. 1935 in Bleiburg geboren, pendelte sie zwischen zwei Kontinenten, zwischen New York, Wien und Kärnten und fand zu einem sehr persönlichen, eigenwilligen künstlerischen Weg. Zeigt ihr variantenreiches Schaffen auch vielfältige Berührungspunkte mit internationalen Kunstströmungen, vor allem der Pop Art, so bleibt es doch singulär und jede simple Zuordnung greift zu kurz.
Nach dem Studienabschluss an der Wiener Akademie fand Kiki Kogelnik in Monsignore Otto Mauer und seiner legendären Galerie nächst St. Stephan einen Förderer und ein erstes Sprachrohr für ihre Kunst. Schon früh brachte er ein wesentliches Charakteristikum von Kogelniks Schaffen, nämlich den Aspekt der Künstlichkeit, auf den Punkt, als er 1967 einer Ausstellung den Titel „Kunst kommt von künstlich“ gab.
1961, mit 26 Jahren ging Kogelnik, damals mit Sam Francis liiert, nach New York. Rasch knüpfte sie Kontakte zur New Yorker Avantgarde, etwa zu Willem de Kooning, Mark Rothko, Roy Lichtenstein, Andy Warhol oder Claes Oldenburg, der sie wegen ihrer Fähigkeit, sich selbst in der New Yorker Kunst- und Modewelt extravagant zu inszenieren, als „walking work of art“ bezeichnete.
In dezidierter Abkehr vom damals in New York allgegenwärtigen Abstrakten Expressionismus wählte Kogelnik eine figurative Bildsprache und fand in den Arbeiten mit „Cut-Outs“, bei denen sie mit ausgeschnittenen Schablonen arbeitete und die menschliche Gestalt zur Silhouette reduzierte, eine völlig neue Formensprache, die für ihre weitere künstlerische Entwicklung prägend werden sollte.
In den 1970er Jahren entstand die wichtige Werkgruppe der „Hangings“, in der sie menschliche Modelle als silhouettierte, anonyme Ware auf Gestelle geklammert präsentierte, daneben begegnen in der „Women“-Serie entfremdete weibliche Schönheiten mit gekünstelten Gesten und in exaltierten Posen, ebenso humorvolle wie traurige Spiegelbilder des schönen Scheins der modernen Konsumgesellschaft.
Nach dem Credo „Art does not depend on what medium you use“ übertrug Kogelnik ihre typische Bildsprache in unterschiedlichste Medien, experimentierte mit Glas, Metall, Kunststoff oder Keramik. 1974 arbeitete sie erstmals mit Ton, bis zuletzt entstanden zahlreiche Keramikmasken und –köpfe mit bunten, leuchtenden Glasuren. Später entdeckte sie in der Reihe der „Venetian Heads“, die in der Werkstätte der Berengo Fine Arts auf Murano gefertigt wurden, den Reiz des Materials Glas.
(CMG)