Auktionshaus

Auktion: Jugendstil & Design

19. Juni 2012

0619

Koloman Moser

(Wien 1868 - 1918 Wien)

„großer Schrank“

Schätzpreis: € 15.000 - 30.000
Auktion ist beendet.

Kolo Moser
(Wien 1868 - 1918 Wien)
Teil aus einer Schlafzimmereinrichtung: großer Schrank
Wien, 1902
Weichholz, weiss gestrichen, nachträglich mehrmals übermalt; Beschläge aus Messing und Messing, vernickelt; Flächen zum Teil nachträglich mit Folien beklebt;
H. 227 cm, L. 227 cm, B. 51 cm

Provenienz: Familie Mautner-Markhof, Wien.

Wir preisen uns glücklich, von den Erben zehn Möbelstücke und einen Beleuchtungskörper aus der Wohnung der Familie Mautner-Markhof in Wien 3, Hauptstraße 140, zur Versteigerung anvertraut erhalten zu haben. Die Möbel befanden sich bis zuletzt im Privateigentum der Familie, jetzt hat sie sich entschlossen, sie abzugeben.
Bereits in unserer vor neun Jahren abgehaltenen 48. Auktion haben wir aus diesem Ensemble einige Möbelstücke, darunter einen wunderbaren, heute in einem US-amerikanischen Museum stehenden Schreibtisch, versteigern können. Jetzt können wir weitere Möbel aus diesem Fundus anbieten, auf die wir schon viele Jahre gehofft haben.
Über die Möbel existieren keine Aufzeichnungen im Wiener Werkstätte-Archiv, Stilvergleiche, die eindeutig nachgewiesene Provenienz, einige zeitgenössische Familienfotos, die mündliche Überlieferung durch Familienmitglieder und zu guter Letzt der innere Zusammenhang der Wohnungseinrichtung stellen aber überzeugende Beweise dafür dar, dass es sich um von Koloman Moser und Josef Hoffmann in dem Zeitraum zwischen 1901 und 1902 entworfene Möbel handelt. Ein ganz anderes Schicksal hat der außergewöhnliche Beleuchtungskörper hinter sich: Er stammt aus der 1912 gestalteten Wohnung Rosenfeld oder aus der vollständig von Adolf Loos entworfenen Geschäftseinrichtung des Modesalons Josef Mandl und ist vermutlich in den 20er Jahren in dem Haus der Familie Mautner Markhof installiert worden.
Der Beleuchtungskörper und die meisten Möbel stehen unter Denkmalschutz.
Sämtliche Möbel sind Einzelanfertigungen, deren Größe und Form dem Platz, auf dem sie gestanden sind, angepasst waren.
Sie sind in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg etwas achtlos überarbeitet und übermalt worden. Wir haben uns aber gemeinsam mit den Eigentümern entschlossen, sie nicht zu restaurieren, sondern dies dem/den künftigen Eigentümern zu überlassen. (EP/MP)