Auktionshaus

Auktion: Jugendstil & Design

19. Juni 2012

0687

George Minne

(Gent 1866 - 1941 Laethem-St. Martin)

„Reliquienträger“

€ 55.000

George Minne
(Gent 1866-1941 Laethem-St. Martin)
Kleiner Reliquienträger
Entwurf: 1897
Marmor; in der Höhe der beiden Knie gebrochen und geklebt;
H. 67 cm

Provenienz: Österreichischer Privatbesitz.

Literatur: De Ridder, George Minne, Monographies de L'Art Belge, Antwerpen 1947, Abb. 9; Musees Royaux des Beaux-Arts de Belgique, Art Moderne, Constantin Meunier - George Minne, Dessins et sculptures, Bruxelles 1969, No. 84; Museum voor Schone Kunsten, Gent, George Minne en de kunst rond 1900, Gent 1982, S. 17, Abb. 61 und 62.

Ausgestellungen: u.a. Kon. Museum voor Moderne Kunst, Brussel (Inv. Nr. 4789), Kon Museum voor Schone Kunsten, Antwerpen (Inv. Nr. 1252); Rotterdam, Museums Boymans-Van Beuningen (Inv. No. 1252); Secession, Wien,1900; Galerie Miethke, Wien 1905; Düsseldorf, 1909; Hagen, 1912.

George Minne entwarf seit etwa 1895 eine Reihe kniender, knabenhafter Figuren: neben dem ‚Kleinen Knienden‘ und dem ‚Kleinen Reliquienträger‘ folgen nackte Jünglinge, ‚L’Agenouille de la fontaine‘ (Kniende Jünglinge am Brunnen), die in unterschiedlichen Ausführungen vor allem für Brunnen Ver-wendung fanden.

Der deutsche Kunstschriftsteller Julius Meier-Graefe, in dessen Arbeitszimmer ein ‚Kleiner Reliquienträger‘ stand, hatte die knienden, „ausgedörrten Knaben“ in dem 1901 George Minne gewidmeten Heft der Zeitschrift der Wiener Secession Ver Ssacrum als die „ersten Skulpturen unserer neuen Zeit“ herausgestellt. In Minnes überlängten, ekstatisch emporgestreckten, asketisch an die im mystischen Glauben verzehrenden Gestalten bei El Greco erinnernden Brunnenfiguren fühlte sich nicht nur Gustav Klimt, sondern auch der junge Oskar Kokoschka angesprochen. Eine gleiche Skulptur befand sich auch im Besitz von Karl Ernst Osthaus und Carl Moll. (EP/MP)