Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

06. März 2012

0256

Hans Staudacher*

(St. Urban 1923 - 2021 Wien)

„o.T.“
1990/91
Öl auf Leinwand
199 × 170 cm

€ 30.000

Hans Staudacher*
(St. Urban 1923 geb.)
o.T.
Öl auf Leinwand
199 x 170 cm
1990/91
Signiert und datiert rechts unten: H Stauchacher 1990
Rückseitig signiert und datiert: Hans Staudacher 1990 / 1991 fertig

Hans Staudachers Bilder sind reich an Spannungsmomenten, sie sind voller Dissonanzen, aber auch Harmonien, sie kommen gestischen Explosionen gleich und bieten doch auch emotionale Ruhepole, geordnete skripturale Setzungen stehen neben eruptiven Notationen und spontanen Korrekturen. Er selbst hat sein malerisches Anliegen ebenso schön wie präzise umschrieben:
„meine malerei ist handschrift, farbe, tanz, spiel, zeichen, einfall, zufall, rede, wort, bewegung, geschwindigkeit, überfluss. Sie ist unübertragbar, für viele nicht zu verstehen, sie ist übermut – und das deshalb, weil sie macht hat, sie gibt zuviel, so zuviel, dass sie sich selbst oft tötet. Man kann erklären, was dem vorausgeht, wenn man daran denkt, dass man als künstler nicht zulässt, dass jenseits seiner erfahrung die relativität aller ausdrücke – allgemeine wie individuelle – existiert, es ist so vieles getötet worden durch die geschwätze der letzten jahrzehnte, weil die innere stimme und der blick nichts mehr wahrnahmen. Dem entgegen will ich beginnen eine immer neue malerei und poesie. Es ist jene der physischen werte und worte – und seiner mimen, bewegungen, spiele, theater, gesänge und geschwindigkeiten allein. Das ist auch dasjenige, was in unserer zeit seinen pulsierenden platz behält, seinen ort ohne wesentliche dimensionen, seine innere freiheit, die versteht, dass es unnütz ist zu sprechen, zu erzählen oder zu beschreiben, und deshalb werde ich als malerpoet alles anbringen auf leinwände, eisen, holz, papier – auf häute, leder, steine – auf stoff und luft. Ich werde meine schreie mit euch gleichdenkenden schöpferischen stinktieren – gegenseitig inspiriert – vereinen zu einer stummen macht. Malerei und poesie erzählt dann nicht mehr, sie handelt!“ (Hans Staudacher, zitiert nach Dieter Ronte, 1990)
(CMG)