Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

06. März 2012

0045

Gunter Damisch*

(Steyr 1958 - 2016 Wien)

„Blaufeld - Querwegsteher“
1994
Öl auf Leinwand
160 × 160 cm

€ 15.000

Gunter Damisch*
(Steyr 1958 geb.)
Blaufeld - Querwegsteher
Öl auf Leinwand
160 x 160 cm
1994
Signiert, datiert und bezeichnet rückseitig: G Damisch 1994 / Blaufeld - Querwegsteher

Der Maler, Zeichner, Druckgrafiker und Bildhauer Gunter Damisch wurde im Umfeld der "Neuen Wilden" in den 1980er Jahren bekannt. Eine Generation von jungen Künstlern in Österreich und Deutschland konzentrierte sich erneut auf die Malerei und betrieb diese spontan und intensiv. Mythologische Zeichen, ovale, kreisartige oder längliche Formen, Schlangenlinien, amöbenartige Wesen und flimmernde Galaxien bevölkern die Bilder von Gunter Damisch.

Unverkennbar ist die Malweise: der üppige, reliefartige Farbauftrag und der Einsatz von dunklen und intensiven Farben. Die helleren Farben leuchten aus dem meist dunklen Umfeld. Die aufrechten länglichen Wesen seiner Bilder nennt Gunter Damisch "Flämmler", "Wächter" oder "Steher". Das Konglomerat von vielschichtig aufgetragener Farbe und die daraus wachsenden Formen bezeichnet er als "Welten".

Oft heben sich wenige größere Figuren von unzähligen, sie umgebenden Kleineren ab. Der Mikrokosmos und Makrokosmos aus Farbe und Form verleiht den Bildern von Gunter Damisch eine kosmische Dimension.

Wesen treffen voll Erstaunen über ihre Begegnung in einem Universum von farbiger Dichte aufeinander. Auf einigen Bildern verdunkeln tentakelartige Bänder den Raum. Verschnürungen, Verankerungen, Verstrickungen wuchern und gedeihen. Der ursprünglich weite Raum wird ausgefüllt.

Die Schöpfung von Gunter Damisch ist lichtvoll, beweglich, wächst aus der Dunkelheit, hat spielerische Leichtigkeit und gehaltvolle Tiefe. Die Farbe hat ihre Faszination in ihrer Doppelrolle: als reines Material und als Erzählerin durch die Formen, die sie erschafft.
(Mela Maresch, Essl Museum)