Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

17. April 2007

0231

Olga Wisinger-Florian

(Wien 1844 - 1926 Wien)

„Côte d´Azur, Rosengarten“
Öl auf Platte
50,5 x 71 cm

Schätzpreis: € 60.000 - 120.000
Ergebnis: € 80.000
Auktion ist beendet.

1885 verlässt Olga Wisinger-Florian das Atelier Emil Jakob Schindlers als dessen Schülerin und beginnt ihre Laufbahn als selbständige Künstlerin. Sehr bald erkennt sie die Notwendigkeit, sich auf ein bestimmtes Bildsujet zu konzentrieren, um sich von der reinen Landschaftsmalerei der Stimmungsrealisten besser differenzieren zu können. Sie wählt das Blumenstilleben und entwickelt hier eine erstaunliche Eigenständigkeit, mit der sie traditionelle Bildformen, insbesondere in der Wiener Malerei des frühen 19. Jahrhunderts verändert und ihnen eine neue Interpretation verleiht. Abgesehen von den dekorativ zusammengestellten Blumenbouquets vor landschaftlichen Motiven, gehören die Blumenbilder, die als Teil einer Gartenanlage oder eines Wegabschnitts konzipiert sind, zu den besten Werken der Künstlerin. Ihr intensives und impulsives Farbempfinden kommt in diesen Bildern besonders zum Ausdruck, verbunden mit einer bei Schindler geschulten genauen Darstellung atmosphärischer Naturbeschreibungen.
Auch im vorliegenden Bild des Rosengarten an der Côte d´Azur ist es die Leuchtkraft der von der Sonne beschienenen Garten im Vordergrund, die den Blick des Betrachters auf sich lenkt und Wisinger einmal mehr in die Nähe des Frühexpressionismus rücken lässt.

Olga Wisinger-Florian gehört zusammen mit Marie Egner und Tina Blau zu den herausragenden Künstlerinnen des 19. Jahrhunderts, die bereits zu Lebzeiten mit Ehrungen und deren Bilder häufig mit Preisen ausgezeichnet wurden. Nach ihrer musikalischen Ausbildung als Pianistin beginnt sie erst nach 1874 mit dem Unterricht bei August Schaeffer und ab 1880 bei Emil Jakob Schindler. Die Begegnung mit Schindler und dem Kreis der Schule von Plankenburg werden für das Frühwerk der Künstlerin prägend, das später einer starken Farbigkeit und einer expressiven Malweise weicht.