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Auktion: Künstler helfen Künstlern

04. November 2021, 17:00 Uhr

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Wolfgang Herzig

(Judenburg 1941)

„Tod der Procris“
2011
Steindruck auf Magnani Büttenpapier (400g/m²)
65 x 50 cm (Blattmaß); 48,7 x 35,5 cm (Darstellung); Ed. 24/175
Nummeriert links unten: 24/175
Handschriftlich signiert und datiert rechts unten: Herzig 011

Diese Druckgrafik ist eine exklusive Edition der Sammlung Essl Privatstiftung.

Schätzpreis: € 200 - 0
Ergebnis: € 200
Auktion ist beendet.

Wolfgang Herzigs Arbeiten nehmen eine singuläre Position in der Österreichischen Kunstgeschichte ein. Ende der 1960er Jahre wurde der Künstler mit der Ausstellung „Wirklichkeiten“ von Otto Breicha in der Secession bekannt. Wolfgang Herzig, Martha Jungwirth und Franz Ringel und andere, bildeten eine starke Gegenposition zur Wiener Schule des Phantastischen Realismus und der abstrakten Malereien der Künstler um die Galerie St. Stephan. Das zentrale Motiv in Wolfgang Herzigs Arbeiten ist die menschliche Figur in all ihren Facetten.

„Ich bin kein sozialkritischer Künstler, ich bin ein Chronist, das heißt, ich zeichne auf was ist. Ich bin sozusagen ein Protokolleur der Welt, der Menschen, der Gesellschaft.“
Wolfgang Herzig, 2011

Anlässlich seines 70. Geburtstages präsentierte das Essl Museum 2011, in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler, eine Ausstellung mit Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte, sowie aktuellen Arbeiten aus dem Atelier.

ZUM WERK
Die Geschichte um die weibliche Figur Procris stammt aus der griechischen Mythologie und behandelt als Thema Liebe und Eifersucht, Vertrauen und Misstrauen. Procris war die Gemahlin von Cephalos. Dieser, ein begeisterter Jäger, wurde von der Göttin Aurora für acht Jahre entführt. Nach seiner Rückkehr zur Gattin, verkleidete er sich, und stellte ihre Treue auf die Probe. Seine Beharrlichkeit siegte und als sich Cephalos zum Erkennen gab, floh Procris beschämt in die Wälder. Zur Versöhnung erhielt Cephalos als Geschenk von seiner Frau den Hund Laelaps, der seine Beute immer fing und ein Wurfspeer, der sein Ziel niemals verfehlte. Während der Jagd beschwörte Cephalos Aura (kühlende Brise) um sich zu erfrischen. Falsche Zungen brachten falsche Nachricht an Procris, die nun von der Untreue ihres Mannes überzeugt war. Beim nächsten Jagdausflug schlich sie ihrem Gatten nach und versteckte sich im Gebüsch. Beim erneuten Ruf Auras, seufzte Procris auf und wurde von Cephalos Sperr, im Glauben ein Tier gehört zu haben, tödlich getroffen.

„Der Tod der Procris“ wurde in der Kunstgeschichte öfters thematisiert, wie bei Piero di Cosimo (ca. 1462 – 1521) um 1500, dessen Fassung als Inspiration für Wolfgang Herzig diente.

(Anna Szöke)