Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

05. Mai 2021, 16:00 Uhr

0339

Jakob Gasteiger*

(Salzburg 1953)

„25.11.2017“
2017
Acryl mit Aluminium auf Leinwand; ungerahmt
200 x 150 cm
Rückseitig signiert und datiert: Jakob Gasteiger 25.11.2017
Rückseitiger Künstlerstempel

Limit € 15.000

Jakob Gasteiger arbeitet äußerst schnell und präzise und entwickelt seine Bilder in Serien, wobei sich eine Arbeit aus der davor entstandenen ergibt. Gekennzeichnet sind diese Werkfolgen durch ein verwandtes Bildformat, Strukturierung und Farbmaterial. Dahinter steht aber nicht der grundsätzliche Gedanke des Seriellen, sondern „eine Verweigerungshaltung, um dem Innovationsdruck, dem ein Künstler immer wieder ausgesetzt ist, zu entgehen“ (Jakob Gasteiger. Arbeiten 1985-2010. Ausstellungskatalog, Künstlerhaus Wien, Wien 2010, S. 18).

„Neben der Grundform der vertikal strukturierten Bilder, die sich durch sein gesamtes Schaffen zieht, greift Jakob Gasteiger vor allem auch immer wieder die bereits in den 1980er Jahren entwickelten Bogenformen auf.“ (s.o., S. 18) Der Künstler verwendet schon seit längerem Acrylfarben, wobei er durch verschiedene Zugaben, wie in vorliegendem Bild Aluminiumpulver, unterschiedlichste Effekte erzielt. Er verwendet keine Pinsel zum Farbauftrag, sondern bearbeitet die flach am Boden aufgelegten Oberflächen mit Kammspachteln. Die individuelle Handschrift rückt so in den Hintergrund, der Einsatz von Rakeln ermöglicht eine anonyme, vom Künstler losgelöste Arbeitsmethode. Trotz dieser Entpersönlichung kennzeichnet die Werke Jakob Gasteigers eine unverkennbare Ausdrucksweise. Mit seinem reduzierten Stil steht er in der Tradition der radikalen Malerei und des amerikanischen Minimalismus, die ebenfalls durch ein Streben nach Objektivität, schematischer Klarheit und fehlender Individualisierung geprägt sind und durch die Reduktion auf einfache, übersichtliche Grundstrukturen in serieller Wiederholung. Die Bildkomposition tritt zugunsten der Struktur der Malerei in den Hintergrund, wobei die Gesamtheit des Bildes nicht mehr in einem Figur-Grund-Verhältnis, sondern in der Eigenwirkung der Farbe besteht.
(Sophie Cieslar)