Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

04. Mai 2021, 16:00 Uhr

0023

Fritz Wotruba*

(Wien 1907 - 1975 Wien)

„Relief mit neun Figuren (Studie zum Marburger Relief)“
1961
Bronze
H. 24,5 cm, B. 56 cm, T. 2,5 cm (ohne Stützsockel)
Signiert und nummeriert: WOTRUBA 3/7
Das Gussbuch der Arbeiten Wotrubas sieht für diese Arbeit eine arabisch nummerierte Auflage von sieben Güssen vor.

Provenienz

aus dem Nachlass des Künstlers;
Auktionshaus im Kinsky Wien, 02.12.2008, Nr. 250;
österreichischer Privatbesitz

Ausstellung

2002, Museo d´Arte di Mendrisio (Ausst.-Kat. Wotruba, 24. März – 9. Juni 2002, Abb. S. 100);
1995 Wien, Palais Harrach (Ausst.-Kat. Kunsthistorisches Museum, Zeitlos. Das Menschenbild in der Skulptur und Zeichnung Fritz Wotrubas. Eine Retrospektive, 7. Juni bis 2. Oktober 1995, Kat.-Nr. 53)

Literatur

Jürg Janett (Hg.), Breicha, Otto: Fritz Wotruba. Werkverzeichnis der Skulpturen, Reliefs, Bühnen- und Architekturmodelle. Erker-Verlag, St. Gallen 2002, WV-Nr. 240, S. 227 (m. Abb.)

€ 15.000 - 25.000

Wotruba erhielt 1961 einen seiner bedeutendsten Aufträge, nämlich ein Relief für das neue Hörsaalgebäude der Philipps-Universität in Marburg an der Lahn zu schaffen. Dieses führte er 1963/64 in einer Länge von 32 Metern in Stein aus. Als Studie und plastische Ideenskizze dazu schuf er das vorliegende Relief mit neun Figuren in locker-rhythmischer Abfolge. Die Stelen-Figuren aus kubenförmigen Einzelteilen sind signifikant für Wotrubas Erarbeitung eines neuen künstlerischen Konzepts am Anfang der 1960er-Jahre. Wotruba behielt den Kubus als Grundelement zur Gestaltung der menschlichen Figur bei, aber setzte Kubus-Formen nicht mehr so blockhaft und schwer lastend wie in den 1950er-Jahren ein, sondern kam mit „leichteren“ Plattenelementen und lebendigen, bewegten Kubus-Varianten zu dynamischen ebenso wie zu ruhigen architektonisch-abstrakten Resultaten.
(Gabriele Stöger-Spevak)