Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

17. Dezember 2020, 14:00 Uhr

1404

Josef Floch*

(Wien 1894 - 1977 New York)

„Spectators II“
1954
Öl auf Leinwand
99 x 79 cm
Signiert rechts unten: Floch
Nachlass-Stempel rückseitig auf Keilrahmen

Provenienz

aus dem Nachlass des Künstlers;
Privatbesitz, Wien

Literatur

Karl Pallauf, Josef Floch. Leben und Werk, 1894-1977, Wien 2000, WV-Nr. 508, Abb. S. 310;
Karl Pallauf (Hg.)/Eberhard Kohlbacher (Hg.)/Alois Wienerroither (Hg.), Josef Floch. Wien, Paris, New York, Wien 2017, Nr. 78, Abb. S. 183

€ 30.000

Josef Flochs malerischer Werdegang begann an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Er war Mitglied der Secession, des Künstlerhauses und des Hagenbundes. Während eines längeren Aufenthalts in Paris schloss er sich der internationalen Avantgarde an. Seine jüdische Herkunft zwang ihn 1941 zur Flucht vor den Nazis aus dem besetzten Paris und zur Emigration nach New York. Hatte er in Paris seit 1925 seine eigene malerische Sprache gefunden und große Bekanntheit erlangt, konnte er bald auch in der amerikanischen Metropole künstlerisch Fuß fassen. In Abgrenzung zur vorherrschenden abstrakten Tendenz der Nachkriegsjahre positionierte er sich als ein der Gegenständlichkeit verpflichtet bleibender Maler. Seine Bilder wurden von bedeutenden Museen wie dem Metropolitan Museum of Art und dem Whitney Museum of American Art erworben.
Ähnlich wie Edward Hopper verschmolz er in seinen Gemälden die gegenständliche Darstellungsweise mit formalen Elementen, die eine Auseinandersetzung mit der geometrischen Abstraktion widerspiegeln. Dabei reflektierte er - auch hier Edward Hopper wesensverwandt - die besondere Lebenssituation des Menschen in der modernen Metropole und fokussierte seinen Blick auf existentielle Auswirkungen der urbanen Lebenswelt. Nicht ohne Melancholie schafft er in seinen Bildern eine der Rastlosigkeit des Urbanen entgegengesetzte Welt der verträumten Stille und des Bewegungslosen.
(Claudia Mörth-Gasser)