Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

15. Dezember 2020, 17:00 Uhr

0248

Markus Pernhart

(Untermieger in Kärnten 1824 - 1871 Klagenfurt)

„Hirt I (Hochofen von Hirt)“
um 1851
Öl auf Leinwand
53,5 x 79,5 cm

Provenienz

österreichischer Adelsbesitz

Literatur

Arnulf Rohsmann, Markus Pernhart. Die Aneignung von Landschaft und Geschichte, Klagenfurt 1992, S. 273 (Farbabb.)

€ 19.000

In der kleinen Kärntner Ortschaft Hirt wurde bereits im 16. Jahrhundert Erz verarbeitet. Vorliegendes Gemälde zeigt den Hochofen von Hirt. Dieser erlebte seine Blütezeit im 18. Jahrhundert, damals wurde die Anlage generalsaniert und erneuert. Der Betrieb lief bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts und wurde 1873 schließlich eingestellt.

Markus Pernhart dokumentierte den Hirter Ofen in zwei Gemälden. Er malte diesen einmal bei Nacht im Mondschein, und wie vorliegende Arbeit zeigt, bei Tag, in vollem Betrieb. Arnulf Rohsmann datiert das Werk um 1851 und weist auf die für den Landschaftsmaler Pernhart außergewöhnliche Darstellung hin. Der Künstler hat hier wenig Wert auf die Topografie der Umgebung gelegt, sondern zeigt einen imposanten Gebäudekomplex sowie das geschäftige Treiben der Arbeiter vor dieser Industrieanlage. So sieht Rohsmann dieses Bild als ein seltenes Beispiel in Pernharts Oeuvre, in dem die Figuren agieren und nicht bloße Staffage sind. „Sie vermitteln eine vorindustriell-gewerbliche Arbeitsweise mit einer anekdotischen Note, wenn sich die Männer beim Schleppen der Barren oder beim Verrücken der Heuwagen sichtlich anstrengen. Dazu kommen pittoreske Details, wie die umgeworfene Futterkrippe, die Roßknödel oder die kaputten Zahnräder. Nichts verweist auf straffe industrielle Produktionsabläufe...Das Rastmotiv der Pferdefütterung ... unterstütz den Gesamteindruck einer Idylle vor der Industrialisierungswelle in der zweiten Jahrhunderthälfte.“ (Vgl. Rohsmann, Markus Pernhart, 1992, S. 263)