Auktionshaus

Auktion: Gemälde des 19. Jahrhunderts

23. Juni 2020, 17:00 Uhr

0325

Eduard von Grützner

(Großkarlowitz 1846 - 1925 München)

„"Mephisto"“
Öl auf Holz
39,5 x 30 cm
Signiert und datiert rechts unten: Ed Grützner. / (18)95

Provenienz

Privatbesitz, Wien

Literatur

Vgl. Laszlo Balogh, Eduard von Grützner 1846-1925. Ein Münchner Genremaler der Gründerzeit. Monographie und kritisches Verzeichnis seiner Ölgemälde, Ölstudien und Ölskizzen, Mainburg 1991, S. 237, WV-Nr. 657, Farbtafel 126

€ 13.000

Das künstlerische Talent des jungen Eduard Grützner wurde zunächst vom Dorfpfarrer seines Heimatortes Großkarlowitz bei Neisse erkannt und gefördert. Durch dessen Unterstützung konnte Grützner das Gymnasium besuchen sowie die Privatschule von Hermann Dyck in München, wo er seine erste zeichnerische Ausbildung erhielt. Ab 1865 studierte er schließlich in der Malklasse von Anschütz an der Münchener Akademie. Gleichzeitig holte er sich Rat und Anregung bei Piloty, und im Jahr 1867 wurde er in dessen Klasse aufgenommen. Bereits in seiner Studienzeit beschäftigte sich Grützner mit dem Thema des Klosterlebens, auf welches er sich in der nachfolgenden Zeit spezialisierte und damit große Erfolge feierte. Neben den Mönchsbildern entstanden Werke in denen er literarische Vorlagen aus dem Opern- und Theaterleben verarbeitete. Anregungen fand er bei den Dramen Shakespeares, aber auch wie vorliegendes Werk zeigt, zählte Goethes Faust zu seiner Inspirationsquelle. Die Figur des Mephistos malte er in abgewandelter Form mehrmals, eingebettet in größere Szenen, oder als listige Einzelfigur in rotem Gewand.

Zahlreiche Auszeichnungen sowie die Berufung als Professor an die Münchener Akademie im Jahr 1886 spiegeln seine Erfolge und Beliebtheit in der Kunstwelt wieder und gipfeln 1916 in der Verleihung eines Adelstitels. Neben Carl Spitzweg und Franz von Defregger zählt Grützner zu den bedeutendsten Münchener Genremalern des späten 19. Jahrhunderts. (MS)