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Auktion: Zeitgenössische Kunst

04. März 2020, 17:00 Uhr

0602

„Monochrome (aus dem Mappenwerk "edition original I") - Hommage à Yves Klein“
1964
Pigment lose (Blau, Rosa, Gold) in 3 separaten Rahmungen zwischen Kunststoff und Karton montiert; gerahmt
je 11 x 9,5 cm 41 x 36 cm (gesamt)
Buch beiliegend.
Herausgeber: Hans Möller, Hofhauspresse, Düsseldorf
Edition: 130 numerierte Exemplare, davon 1-100 im Handel.
Das Mappenwerk wurde nach Yves Kleins Tod herausgegeben.

Provenienz

österreichischer Privatbesitz

€ 25.000 - 35.000

“Der Künstler der Zukunft ist derjenige, der durch ewige Stille ein gewaltiges Bild ohne Dimensionen schafft.“
(Yves Klein, Chelsea Hotel Manifesto, http://www.yvesklein.de/manifesto.html)

Yves Klein’s allererstes Medium war der Himmel: Diesen signierte er, 18-jährig, während er am Strand in seinem Geburtsort Nizza lag. Und hatte damit seinen ersten (und größten) Monochrom geschaffen.
Reine Farbe bedeutete für Klein die totale Freiheit; die Monochromen stellten für ihn die Landschaft der Welt dar. Bereits bei zwei Farben auf einem Bild begann für ihn in der Malerei ein Schauspiel, das er zutiefst ablehnte. Zwei Farben wären wie ein Streit zwischen zwei Personen, der den Betrachter zu einer Entscheidung zwänge. Monochromie bedeutete für Klein also Freiheit. Der Künstler wollte seine monochromen Farbtafeln ohne Begrenzung gewertet wissen als Räumlichkeit, welche das All unermesslich ausfüllt. (vgl. Paul Wember in Yves Klein, Monographie zur zeitgenössischen Kunst, Seite 11, Institut für moderne Kunst Nürnberg, (Hg.) 1969 Verlag M.DuMont Schauberg, Köln.)
Klein’s Absicht war es von Anfang an, reine Farbpigmente in Puderform zu verwenden, er scheiterte aber zunächst an der Technik: Unfixierte Pigmente hielten nicht, und vermischte er sie mit Bindemittel, war eben ihr ursprünglicher pudriger Charakter dahin. Als er das richtige Mischverhältnis fand, hütete er das Rezept Zeit seines Lebens. Ebenso kannte nur er die Rezeptur des berühmten monochromen Ultramarinblau, das er 1960 unter der Bezeichnung International Klein Blue (I.K.B.) patentieren ließ.
Wenn auch die ausschließlich blaue Epoche am längsten währte, wählte er später die Farben Rot und Gold dazu. Diese Farben setzt der Künstler mit der theologischen Dreifaltigkeit in Verbindung. So schlüsselt er sie nach seinen Symbolen auf: Gold als das Hohe ist Gott, Rot als Fleisch und Blut ist Christus, Blau als das Immaterielle ist der Geist Gottes. (vgl. Paul Wember, in: s.o.)
Die erfolgreiche Karriere des Künstlers riss jäh mit seinem Tod mit nur 34 Jahren ab. Seine Werke bewahrten jedoch ihre einzigartige Aura und erfreuen sich stetiger Wertsteigerung. Sie sind heute in den Sammlungen der bedeutendsten Museen, etwa dem Solomon R. Guggenheim Museum, New York, dem Centre Pompidou, Paris und dem Kunsthaus Zürich zu finden.
(Alexandra Markl)