Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

30. November 2018, 17:00 Uhr

0484

Oskar Kokoschka*

(Pöchlarn 1886 - 1980 Montreux)

„Salome mit dem Haupt des Johannes (recto), Aktstudie der Salome (verso)“
1906
Aquarell, Deckfarben, Deckweiß, Goldbronze über Bleistiftvorzeichnung auf Papier
30,5 x 40 cm
Monogrammiert links Mitte: OK
Bleistiftskizze verso

Provenienz

Sammlung Richard Lanyi, Wien (von diesem bei einer Charity Auktion in Wien nach 1912 verkauft, das genaue Verkaufsdatum ist nicht bekannt);
Frank McDonald, New South Wales, Australien (bis 1994);
Sotheby's London, 29. 06. 1994, Nr. 188;
österreichische Privatsammlung

Ausstellung

1994 Wien, Albertina, Oskar Kokoschka. Das Frühwerk, 2. März - 23. Mai, Kat.-Nr. 15 (Farbabb.)

Literatur

Sotheby's London, 23. 06. 1993, Nr. 243;
Alice Strobl, Alfred Weidinger, Katalog Albertina, Wien 1994, S. 11f.;
Heinz Spielmann, Oskar Kokoschka. Das Frühwerk. In: Kunst Chronik, 47. Jahr, Heft 8, Nürnberg, August 1994, S. 420, Abb. 7b, S. 471;
Alfred Weidinger, Oskar Kokoschka. Dreaming Boy - Enfant terrible, Ausstellungskatalog Stenersen Museum Oslo und Amos Anderson Art Museum Helsinki, Wien 1996, Nr. 7;
Alfred Weidinger (Diss.), Oskar Kokoschka. Träumender Knabe und Enfant Terrible 1897/98 bis 1910, Salzburg 1997, S. 20f., Abb. 39 sowie S. 22f., Abb. 42 (Aktstudie der Salome in Bleistift);
Oskar Kokoschka, Watercolours and Drawings, Nordiska Akrvellmuseet, 4. Juni - 27. August 2006, Nr. 3, Abb. S. 51;
Alfred Weidinger, Alice Strobl, Oskar Kokoschka, Die Zeichnungen und Aquarelle 1897-1916, Salzburg 2008, WV-Nr. 76 und 77 (Bleistiftstudie verso), Abb. S. 39;
Agnes Husslein-Arco und Alfred Weidinger (Hg.), Oskar Kokoschka. Träumender Knabe - Enfant terrible, 1906-1922, Katalog Belvedere, Wien 2008, Kat. 2, Abb. S. 13

€ 45.000

"Die spektakuläre Modifizierung des alttestamentarischen Themas der 'Salome mit dem Haupte des Johannes' im heftigst umstrittenen und 1900 entstandenen Gemälde verhalf Lovis Corinth zum künstlerischen Durchbruch. Dies war wohl für den jungen Kokoschka Grund genug, sich des Themas anzunehmen. (...) Die schicksalhafte Salome, die 'Femme fatale' des Jugendstil, degradierte Kokoschka zu einer romantischen Märchenfigur. (...) Salome sitzt alleingelassen, als tödliches Werkzeug von ihrer Mutter missbraucht, mit dem abgeschlagenen Haupt des Johannes auf einem purpurfarbenen Teppich in einer Parklandschaft. Nur noch des Königs Scherge weilt im Hintergrund an einem stillen Weiher. Das ganze Besondere der Szene liegt in der zarten Geste, mit der Salome das rechte Augenlid des Täufers mit dem linken Zeigefinger hebt und in sein totes, starrendes Auge blickt. (...)
Die äußerst dekorative Ausführung mit den ornamentalen Randleisten lässt an den Entwurf für den Deckel einer kunstgewerblichen Schatulle denken." (Alfred Weidinger, Alice Strobl, Oskar Kokoschka, Die Zeichnungen und Aquarelle 1897-1916, Salzburg 2008, S. 38)