Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

23. Oktober 2018, 15:00 Uhr

0135

Adrian van Stalbemt

(Antwerpen 1582 - 1662 Antwerpen)

„Waldlandschaft mit Reitern“
um 1605-1610
Öl auf Holz, parkettiert
31,2 x 32,5 cm

Provenienz

Privatbesitz, Österreich

Kurz-Gutachten Dr. Klaus Ertz, Lingen, den 12. Juli 2018, liegt bei.

Das gegenständliche Gemälde wurde von Dr. Klaus Ertz unter der Katalognummer Add. 1 in das Werkverzeichnis aufgenommen.

€ 9.000

In Adriaen van Stalbemts Werken wird sowohl motivisch als auch qualitativ die Nähe zu seinen Antwerpener Gildenbrüdern Jan Brueghel d. Ä. (1568-1625) und Hendrik van Balen (1575-1632) deutlich spürbar. Im Gegensatz zu vielen anderen Malern seiner Zeit jedoch hatte er sich nicht nur auf ein Genre spezialisiert, sondern war als Landschafts- und auch Figurenmaler tätig. Da er in beiden Bereichen handwerklich geschult war und diese perfekt beherrschte, war er nicht – wie in der flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts üblich und typisch – darauf angewiesen, mit Spezialisten eines bestimmten Genres zusammenzuarbeiten, sondern seine Landschaftsdarstellungen selbst mit figürlicher Staffage zu bereichern. Daher zeichnen sich seine Werke durch einen besonders stimmungsvollen Einklang von Landschaft und Figur aus.

In vorliegendem Gemälde, um 1605 bis 1610 in Antwerpen entstanden, schweift der Blick des Betrachters zunächst über die links dargestellte, ruhige, bis an den Horizont reichende Wasseroberfläche, über der Vögel und Enten ihre Runden ziehen. An dem verzweigten Baumstumpf im Vordergrund vorbei, führt eine Straße in die dunkel gehaltene, dichte Waldlandschaft hinein, aus der mehrere Reiter in den Vordergrund reiten, wobei sie ihr weiterer Weg am Betrachter vorbei aus dem Bild hinauszuführen scheint. Geschickt werden Hell und Dunkel sowie die ruhige, idyllische Wasser- und Waldlandschaft verbunden und durch die Reiter sowie die kreisenden Vögel belebt.

Gegenständliche Tafel verdeutlicht einmal mehr das Können Stalbemts im Bereich der Landschafts- und Figurenmalerei. Wenngleich sich der Künstler bei derartigen Szenen an seinem großen Vorbild Jan Brueghel d. Ä., insbesondere an dessen „Nah-Fern-Landschaften“, wie Dr. Klaus Ertz in seinem Gutachten ausführt, orientierte, schuf Stalbemt dennoch eigenständige Kompositionen, die seine persönliche Handschrift tragen (vgl. Gutachten Dr. Klaus Ertz).