Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

19. Juni 2018, 18:00 Uhr

0444

Josef Stoitzner*

(Wien 1884 - 1951 Bramberg im Pinzgau)

„Gehöft im Pinzgau (Tauernlandschaft)“
um 1935
Öl auf Hartfaserplatte
70 x 100 cm
Signiert rechts unten: Josef Stoitzner.
Rückseitig bezeichnet: "Tauernlandschaft" / Prof. Josef Stoitzner, Wien

Provenienz

österreichischer Privatbesitz

Literatur

Daniela Brenner, Josef Stoitzner, 1884 - 1951, Leben und Werk, Diplomarbeit Karl Franzens Universität Graz, Graz 2008, Abb. 152 (Titel dort: Gehöft im Pinzgau)

Das Werk wird von Jakob Wirz mit der Nummer 1.6.37. in das in Vorbereitung befindliche Werkverzeichnis aufgenommen.

€ 25.000 - 50.000

Ausgehend von den Gestaltungsprinzipien des Jugendstils fand Josef Stoitzner zu seinem persönlichen Malstil, der im Spannungsfeld zwischen graphischer Stilisierung und einer besonderen Sensibilität für malerisch-atmosphärische Erscheinungen angesiedelt ist. Seine Bilder zeichnen sich durch eine äußerst präzise, detailreiche und höchst anspruchsvolle malerische Handschrift aus. In seinen Landschaften wird nicht die Stimmung des Augenblicks eingefangen, sondern die Naturkulisse ins zeitlose Allgemeine gehoben.

Im vorliegenden Gemälde wird das Auge des Betrachters vom perspektivisch verkürzten Feldweg, der am vorderen Rand im Schatten liegt, in die Tiefe geleitet zu einem steil abfallenden, in einer Ebene auslaufenden Hang. Charakteristisch ist die Stille, die sich über das menschenleere Land legt, gleichwohl hat der Mensch durch Bauernhäuser und Stadel Spuren hinterlassen. Stoitzners Thema ist die Schönheit der Natur, die sich in der Ursprünglichkeit des bäuerlichen Lebens zeigt. Mit einem Hang zum Lyrischen taucht er die dargestellte Landschaft in ein warmes Licht, verleiht ihr eine ewiggültige Aussagekraft und weckt die Sehnsucht nach der unberührten Natur. (Claudia Mörth-Gasser)