Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

18. Oktober 2017, 15:00 Uhr

0479

Jan Brueghel der Jüngere

(1601, Antwerpen - 1678, Antwerpen)

„Blumenkranz um Christus, das Kreuz tragend“
1640er Jahre
Öl auf Kupfer
44 x 35,5 cm

Provenienz

österreichischer Privatbesitz

Kurz-Gutachten von Dr. Klaus Ertz, Lingen, den 02. Mai 2017, liegt bei. Laut Dr. Klaus Ertz stammt die Christusfigur im ovalen Inneren von der Hand eines Nachfolgers des Frans Francken (1581-1642).

Limit € 15.000

Dr. Klaus Ertz weist in seinem Gutachten die Blumenmalerei des Bildes eindeutig der Hand Jan Brueghels d. J. zu und führt aus: "Die für Jan Brueghel d. J. typischen Farben in den Blüten sind pastos aufgetragen und machen einen leuchtenden Eindruck." Kennzeichnend für die Blumenmalerei Jans ab Mitte der 1630er Jahre ist auch die Art, "die großen Blüten gleichbedeutend nebeneinander anzuordnen und wie kleine Porträts" zu beschreiben. "Diese großen Blüten sind nur durch Stängelchen, kleinere Blüten und Blätter miteinander verbunden und schaffen so einen dichten, dreidimensional wirkenden Blütenkranz." Statt einer detailgenauen Zeichnung gab der Maler in seinen späteren Werken einer freien malerischen Interpretation den Vorzug.
Die Darstellung des das Kreuz tragenden Christus in der Mitte des Blumenkranzes weist Ertz aber einem Mitglied aus der bedeutenden Malerfamilie der Francken zu. „Ein flämisches Phänomen in der Malerei des 17. Jahrhunderts war die Zusammenarbeit mehrerer Maler. Künstler verschiedener Bildgattungen taten sich zusammen und schufen erstaunlich einheitliche Kompositionen. Besonders bei großen christlichen Figuren bediente sich Jan d. J. neben Rubens und van Balen bevorzugt mit einem Mitglied der Francken-Familie, ohne hier speziell einen Malernamen benennen zu können." (vgl. Gutachten Dr. Klaus Ertz).