Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

29. November 2016, 18:00 Uhr

0286

Alfons Walde

(Oberndorf 1891 - 1958 Kitzbühel)

„Bauernsonntag“
um 1930
Öl auf Leinwand
71,5 × 62,5 cm
Signiert links unten: A. Walde
Rückseitig Originaletikett mit eigenhändiger Betitelung: "Bauernsonntag"
Originalrahmen

Provenienz

direkt vom Künstler erworben;
seither österreichischer Privatbesitz

Das Bild ist im Werk-Archiv von Alfons Walde mit der Nummer D-Fl-217 registriert.
Gutachten von Peter Konzert, Innsbruck, 07. 04. 2016, liegt bei.

€ 330.000

"Bei diesem Bild handelt es sich um ein äußerst qualitätsvolles Werk, welches sich in einem perfekten und originalen Erhaltungszustand befindet."
(Auszug aus dem Gutachten von Peter Konzert)

Das Gemälde ist wohl die schönste, je von Alfons Walde geschaffene Version des Bildthemas "Bauernsonntag".

Zeitlebens hat sich Walde mit der Figur des Bauern beschäftigt, war doch Kitzbühel nicht zuletzt ein bäuerlich geprägter Ort. Eingebunden in seinen Landschafts- und Lebensraum hat er den Typus des Bauern in vielfältigen Bildvarianten dargestellt. Sein primäres Interesse galt nicht dem Themenkreis der bäuerlichen Tätigkeit, sondern der Sonntags- und Feiertagsstimmung. Die Menschen begegnen einander vor oder nach dem „Kirchgang“ am Dorfplatz oder werden im alpinen Ambiente mit Bergbauernhöfen im Hintergrund gezeigt.
Großfigurig dominieren zwei blockhaft gebaute, kräftige Bauern die schneebedeckte Berglandschaft des Gemäldes "Bauernsonntag". Zentral ins Bild gesetzt, füllen ihre klobigen, monumental wirkenden Körper fast den ganzen Bildraum. Statisch und ruhig verharren sie in ihrer Position und präsentieren ihr Festtagsgewand. Jede Andeutung des Individuellen, jede nähere Charakterisierung oder Ausformung von physiognomischen Zügen fehlt. Waldes Figuren sind keine Individuen, sie sind Archetypen, Träger einer allgemeingültigen Situation. Die Darstellung kommt mit einer sehr reduzierten Farbskala aus: das Weiß des Schnees, das mit dem bäuerlichen Festtagshemd korrespondiert, das Schwarz der Tracht, das obligate Himmelsblau, das im volkstümlichen Tuch Widerhall findet und das Braun-Ocker in den Hausmauern und im Inkarnat prägen die Komposition. Wie auch in anderen Bildern gibt es einen einzigen kleinen roten Farbakzent am Hut des linken Bauern. Im Detail ist das Bild bemerkenswert differenziert gemalt, allein das Spiel von Licht und Schatten auf der weichen hügeligen Schneelandschaft schafft vielfältig changierende Licht- und Farbwerte. Am Höhepunkt seiner maltechnischen Versiertheit erreicht Alfons Walde größte expressive Ausdruckskraft durch äußerste Reduktion der Mittel. Sein Farb-und Formenkanon zeichnet sich durch wenige kräftige Farben, starke Hell-Dunkel-Kontraste, stilisierte Formen und einen dynamischen pastosen Pinselduktus aus. (CMG)