Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

29. November 2016, 18:00 Uhr

Objektübersicht
Objekt

0377

Rudolf Wacker

(Bregenz 1893 - 1939 Bregenz)

„Stillleben mit Blumenkrug und Puppe II“
1924
Öl auf Leinwand
55 × 44 cm
Monogrammiert rechts unten: RW
Rückseitig signiert, datiert und eigenhändig gewidmet auf Leinwand: R. Wacker / 1924 / "Unserem lieben / Max Haller / zum Andenken! / September 24 / R.U.I." (Rudolf und Ilse)

Provenienz

Max Haller, Geschenk des Künstlers an Max Haller im September 1924 (bis zumindest 1971);
Privatbesitz, Vorarlberg;
im Kinsky Wien, 81. Auktion, 09. 11. 2010, Nr. 61;
europäische Privatsammlung

Ausstellung

1971 Lustenau, Neufeld Galerie, Präsentation des Werkverzeichnisses Rudolf Wacker von Max Haller;
1986 Galerie Haas, Vaduz - Buchpräsentation "Maler aus Liechtenstein und Vorarlberg" (ganzseitige Abbildung)

Literatur

Max Haller, Rudolf Wacker 1893 - 1939. Biografie mit dem Oeuvre-Katalog des malerischen Werkes, Lustenau 1971, WV-Nr. 3 (o. Abb., dort falsche Maßangabe von 65 x 50 cm);
Anton Ender, Rudolf Sagmeister, Maler aus Liechtenstein und Vorarlberg, Art & Edition Haas, Vaduz 1986, Abb. S. 75

€ 100.000 - 200.000

Das 1924 entstandene "Stillleben mit Blumenkrug und Puppe" war ein Geschenk Rudolf Wackers an seinen Freund und Förderer Max Haller, der 1971 das Werkverzeichnis verfasste.

In der Abgeschiedenheit seines Ateliers errichtet Wacker eine Welt der Dinge. Er häuft eine Fülle von Gegenständen an, die seine künstlerische Fantasie anregen und schafft so ein Motivrepertoire, auf das er in seinen mehr als 150 Stillleben zurückgreifen kann. Die Liste der Dinge ist lang: Puppen und anderes Spielzeug, Streichholzschachteln, Kerzen, alte Krüge und Vasen, Heiligenfiguren, Hinterglasbilder, Kinderzeichnungen, Bücher, Zeitschriften, Pflanzen, Mineralien und vieles mehr. Diese bunte Sammlung aus Erinnerungsstücken, Kuriositäten und alten Kunstgegenständen ist für ihn eine schier unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Hier findet er jene Gegenstände, die im symbolreichen Spiel seiner bühnenartig komponierten Stillleben die Rolle von Akteuren übernehmen.
Puppen sind in Wackers Bildwelt ein Hauptmotiv: "Ich liebe sie so, weil sie so lebendig und wie Symbole sind! (…) Sie bleiben bei genauerem Zusehen beziehungslos, jede bleibt in sich selbst verschlossen, ist im Grunde nur mit sich beschäftigt (…) So sind diese Puppen ein Gleichnis. – Im Alltag sind die Menschen so, - sie schneiden doch nur Grimassen!" (Rudolf Wacker, Tagebuch, Ende Sept. 1923). Wie andere Künstler der Neuen Sachlichkeit sieht Wacker in der Puppe eine Identifikationsfigur, einen Stellvertreter für den Menschen, der in der modernen Lebenswelt zur „Sache“ degradiert wird und bloß noch Marionette ist. (CMG)