Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

29. November 2016, 18:00 Uhr

0236

Rudolf Wacker

(Bregenz 1893 - 1939 Bregenz)

„Sträusschen“
1936
Öl auf Sperrholz
32 × 24 cm
Signiert und datiert rechts unten: R. Wacker 36
Rückseitig eigenhändig bezeichnet: B 24 H 32 / Rudolf Wacker / Bregenz / 1936 / "Sträusschen"

Provenienz

von der Mutter der jetzigen Eigentümer direkt beim Künstler erworben;
seither in Besitz der Familie, Privatbesitz Bregenz

Literatur

Max Haller, Rudolf Wacker 1893 - 1939. Biografie mit dem Oeuvre-Katalog des malerischen Werkes, Lustenau 1971, WV-Nr. 331 (o. Abb.)

Wir danken Dr. Rudolf Sagmeister für die freundliche Bestätigung.

€ 40.000

Blumen nehmen in Wackers Œuvre einen besonderen Stellenwert ein. Während er in früheren Bildern noch bevorzugt die Schönheit blühender Pflanzen malerisch zu vermitteln sucht, wählt er für seine Bilder nach 1930 welke und verdorrte Blumen. Diese werden zu ausdrucksvollen Memento-mori-Motiven, zu Sinnbildern für die Vergänglichkeit des Seins. In den letzten Schaffensjahren entstehen beeindruckende Blumenstillleben von größter malerischer Raffinesse. Das kleine "Sträusschen" aus dem Jahr 1936 fügt sich in die Reihe dieser späten Blumenbilder, die im Kontext der schweren wirtschaftlichen und politischen Lage, aber auch des schlechten Gesundheitszustandes des Malers, lesbar sind.
Eine Schlüsselstelle in Wackers Tagebuch spiegelt das Interesse Rudolf Wackers für die Symbolkraft verwelkter Pflanzen wider: "…Verdorrte Sträusse (Herbstblätter, Lampionblumen, verdorrte Zinnien, verschiedene Schoten, Kresseblätter usw.). Sie haben nicht die gleissenden, aufdringlichen Farben frischer Blumen; stiller sind sie, wie aus Staub aufglimmend. Es liegt eine unbemerkte Schönheit in diesen im Sterben erstarrten Formen und nachglühenden Farben. Sie haben ihre sinnliche Üppigkeit verloren und Symbole des Welkens und Vergehens, sind sie doch noch reich an Spuren des Lebens und voller Bedeutung. Ich bin ja ein Anwalt der unbeachteten bescheidenen Dinge. Es ist ein kleiner Beitrag neuer Sujets, die nie von ungefähr kommen und ohne Sinn sind. Übrigens ist es unangenehm, neben den frischen Blumen der Vasen gemalte an den Wänden zu sehen; es ist aber ein anderes, die verdorrten im Bilde in bleibender Lebendigkeit zu halten." (Rudolf Wacker, Tagebuchnotiz, 10. 11. 1934) (CMG)