Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

08. Juni 2016, 18:00 Uhr

0912

Oswald Oberhuber*

(Meran 1931 - 2020 Wien)

„Zünder“
1956
Mischtechnik auf Hartfaserplatte; gerahmt
89 × 80 cm
Signiert und datiert rechts unten: Oberhuber 56
Rückseitig bezeichnet, signiert und datiert: 8. "Zünder" 1956 Oberhuber 1956

Provenienz

österreichische Privatsammlung

€ 8.000

Oswald Oberhuber ist ein Ausnahmekünstler, der nicht nur auf ein ausgesprochen vielfältiges, sondern dabei auch noch stets qualitativ hochwertiges Werk zurückblicken kann. Immer auf der Suche nach Frische und Spannung, scheut er seit Beginn seines Schaffens niemals davor zurück, die eigene Position umzuwerfen und sich, oftmals als Speerspitze der übrigen Kunstszene, völlig neuen Ufern zuzuwenden. „Ich denke niemals an eine künstlerische Entwicklung. Meiner Ansicht nach können wir nur von Schaffensphasen und Perioden sprechen. Meine Ausgangsbasis ist die permanente Veränderung.“ (Oswald Oberhuber)
Oberhubers Assemblagen sind Teil seiner Hinwendung zur Gegenständlichkeit – hatte er davor mit der Entwicklung der informellen Plastik auch international neue Maßstäbe in der Bildhauerei gesetzt, folgte er jetzt seinem Drang zu einer neuen Position in der Kunst und setzte wiederum wichtige Akzente in der internationalen Kunstszene. Die Aussemblagen bilden nicht Gegenständliches nach, sondern sind selbst Gegenstände – sie sind aus alltäglichen Dingen gebildet, aus Nägeln, Bleistiftspitzresten, Zündhölzern, etc. Die Auswahl der Werkstoffe und ihre Anordnung am Bildträger folgen ästhetischen Prinzipien. So bilden die Zündhölzer und Brandspuren einen lockeren Rhythmus braun-goldener Linien auf dem hellen Untergrund; ein Anblick, der auch ohne das Wissen um die künstlerische und kunsthistorische Bedeutung dieser Werke den Betrachter in seinen Bann zieht. Wie aus Alltäglichem auf reduzierteste Weise Spannung und Schönheit entstehen ist das immer wieder überzeugende Geheimnis Oswald Oberhubers. (Nina Binder)