Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

08. Juni 2016, 18:00 Uhr

0923

Markus Prachensky*

(Innsbruck 1932 - 2011 Wien)

„Rhythmes des Calanques“
2009
Acryl auf Leinwand; ungerahmt
105,5 × 140 cm
Signiert und datiert rechts unten: Prachensky 09
Rückseitig signiert, datiert und bezeichnet: Markus Prachensky 2009 "Rhythmes des Calanques -2009"

Provenienz

österreichische Privatsammlung

€ 22.000

Die Calanques sind schmale, fjordähnliche Küsteneinschnitte in Südfrankreich. Die eindrucksvollsten finden sich auf einer Länge von 20 Kilometern im Massif des Calanques zwischen Marseille und Cassis. An diesem Küstenabschnitt hat sich ein außerordentliches Ökosystem herausgebildet, in den Felspalten und Ritzen wachsen seltene Pflanzen und bilden Grundlagen einer einzigartigen Fauna.

2008 bereist Markus Prachensky diese Region, um die Schönheit der kargen, wilden Landschaft zu bestaunen. „Im Jahr 2008 führte mich meine Herbstreise erneut nach Südfrankreich, um die Calanques, die über zwanzig Kilometer lange Steilküste zwischen Cassis und Marseille im Département Bouches-du-Rhône, zu sehen. Da für mich die Calanques, die ich von der Meeresseite aus sehen wollte, mit dem Boot nur unter großen Schwierigkeiten zu erreichen gewesen wären, ergab sich ein logistisches Problem, das ich durch das Chartern eines Helikopters lösen konnte. Von Vence startend flog ich über die Cote d’Azur nach Marseille und dann mehrfach das Massif des Calanques entlang und konnte so die Kalksteinfelsen sowie weite Teile des ebenen Hinterlands aus verschiedenen Höhen erleben. Der Eindruck von neuen Farben und Formen war unbeschreiblich. So entstanden die Bilder RYTHMES DES CALANQUES”

2009 entsteht diese eindrucksvolle Serie im Wiener Atelier auf Bütten und Leinwand, in den Farben Rot, Orange und Gelb. In den Kompositionen, die gekennzeichnet sind durch einen quergelagerten Farbblock und dazu kontrastierenden, skriptural anmutenden Elementen, geht es um die Gewalt der Natur, die die Felsformationen in Jahrhunderten geformt hat, um die Gischt, die die steilen Felswände emporspritzt, und um die wärmende Sonne, die Leben selbst unter diesen rauen Bedingungen möglich macht. Die Grundprinzipien dieser Werkfolge sind in vorliegendem beeindruckenden Querformat meisterhaft umgesetzt. Ein scharf begrenzter, aus kaum wahrnehmbaren, breiten Pinselstrichen geformter Farbblock bedeckt das obere Drittel der Leinwand. Ein schmales oranges Band am oberen Rand geht über in den kräftigroten Teil darunter. Gestische Pinselhiebe markieren in rot, orange und gelb das Zentrum des Bildes. Sie erinnern an Buchstaben, ein X ein N ein M, oder an römische Zahlen, versinnbildlichen aber wohl den tektonischen Aufbau der Natur. Die in alle Richtungen wegspritzende Farbe steht für die Veränderlichkeit und Dynamik, die ihr innewohnt. (Sophie Cieslar)