Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

12. April 2016, 15:00 Uhr

0015

Franz Anton Maulbertsch Werkstatt

(Langenargen 1724 - 1796 Wien)

„Heilige Dreifaltigkeit“
um 1763/64
Öl auf Leinwand
60 × 80,5 cm

Provenienz

europäische Privatsammlung

Wir danken Frau Prof. Dachs-Nickel für die Hilfe bei der Erstellung des Katalogeintrags.

€ 10.000 - 20.000

Der 1724 in Langenargen am Bodensee geborene Künstler Franz Anton Maulbertsch studierte zwischen 1739 und 1741 an der Akademie in Wien und prägte mit seinem Schaffen die spätbarocke Malerei in Österreich. 1750 belegte er den ersten Platz im Malereiwettbewerb der Wiener Akademie und bereits 1752 schuf er mit den vier Kuppelfresken der Piaristenkirche Maria Treu in der Wiener Josefstadt eines seiner Hauptwerke. Aus praktischen Gründen führte Maulbertsch seine Freskenaufträge vor allem in den Sommermonaten aus, den Winter nutzte der Künstler wiederum für seine Aufträge in Öl. Ein solches Franz Anton Maulbertsch und Werkstatt zugeordnetes Ölgemälde, welches eine Heilige Dreifaltigkeit darstellt, befindet sich im Servitenkloster in Innsbruck (vgl. Österreichische Kunsttopographie, Innsbruck 1994, S. 260, Abb. Nr. 228; Klara Garas, Franz Anton Maulbertsch. 1724 – 1796, Budapest 1960, S. 219; Monika Dachs-Nickel, Franz Anton Maulbertsch und sein Kreis. Studien zur Wiener Malerei in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, Wien 2003, WVZ-Nr. 80). Das hier vorliegende Gemälde weist ganz deutliche Bezüge zu dieser Komposition auf. Vor allem die Gestalt Christi, sowie das Gesicht und der Oberkörper von Gottvater lehnen sich sehr deutlich an das Gemälde im Servitenkloster an. Auch die begleitenden Engel und die starke Beleuchtung der Szene von links zeigt diese enge Verwandtschaft der beiden Gemälde. Das charakteristisch blasse Inkarnat zusammen mit der virtuosen Behandlung der Farb- und Lichteffekte sind von Maulbertsch inspiriert und zeichnen dieses Gemälde aus.