Auktionshaus

Auktion: Klassische Moderne

24. November 2015, 16:00 Uhr

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Objekt

0156

Alfons Walde*

(Oberndorf 1891 - 1958 Kitzbühel)

„Tiroler Bergdorf (Auracher Kirchl)“
1944
Öl auf Karton
57 × 42 cm
Signiert links unten: A. Walde
Originales Künstleretikett mit Titel, Datierung und Signatur rückseitig: "Tiroler Bergdorf", 1944, A. Walde
Originalrahmen

Provenienz

österreichischer Privatbesitz

Das Bild ist im Werkarchiv von Alfons Walde registriert.

€ 400.000

Die Ansicht der Kirche von Aurach im Tiroler Unterland hat Alfons Walde öfters, in unterschiedlichen Formaten gemalt. Walde wählte für dieses Bild meist den allgemeinen Titel "Tiroler Bergdorf". Der Blick von oben auf die kleine Dorfkirche mit dem Zwiebeldach und die Versunkenheit des Dorfes in das Weiß einer weichen, dicken Schneedecke, mit den Frauen beim Kirchgang, stellte den Inbegriff eines Dorfes in Tirol dar.

Unvergleichbar verstand es Walde, den Typus der alpinen Landschaft und des Tiroler Lebensraumes mit einer einfachen einprägsamen Bildsprache zu vermitteln. Bewusst hat er seine Motive mit geringfügigen Variationen wiederholt und im eigenen Verlag Farbpostkarten und Kunstdrucke publiziert. "Das Auracher Kirchl" war die erste Postkarte, die Walde in hoher Zahl vertrieb und dadurch seine Popularität als Künstler noch steigerte. Zugleich fungierten seine Bilder, die untrennbar mit seiner Heimatregion verbunden waren, als wichtiger Werbeträger für die Tourismusstadt Kitzbühel. In einer Zeit, wo viele Künstler die Tragik des menschlichen Dasein thematisierten, hat Walde in seinen Bildern eine unbeschwerte Gegenwelt mit friedlichen Lebensräumen, stillen Naturschönheiten und der Vorstellung des Einklangs von Mensch und Natur geschaffen. Er hat sich damit - wie kaum ein anderer österreichischer Künstler - in die Wahrnehmung einer breiten Öffentlichkeit eingeschrieben. (CMG)