Auktionshaus

Auktion: Zeitgenössische Kunst

07. Oktober 2014, 16:00 Uhr

0049

Gunter Damisch*

(Steyr 1958 - 2016 Wien)

„Lila Weltenflimmern“
1999/2000
Öl auf Leinwand
180 × 160 cm
Rückseitig signiert, datiert und betitelt: Damisch 1999/2000 / Lila Weltenflimmern

Provenienz

Österreichischer Privatbesitz

€ 14.000

"Es wundert mich, als Erzähler bezeichnet zu werden, da ich meine Geschichten nicht wie ein Schriftsteller zu Papier bringe. Die Bezeichnung ist aber nicht ganz falsch, da ich mich einerseits immer schon mit Sprache und Literatur beschäftigt habe (ich bin auch froh darüber Germanistik studiert zu haben), und auch das Gespräch, die verbale Auseinandersetzung mit Kunst ein wichtiger Aspekt ist. Indem ich erzähle, weise ich auf die Dinge hin, die mich begeistern, wobei ich dazu neige euphorisch zu werden. Das ist mir aber durchaus recht, haben die Leute doch ein Anrecht darauf, es von jemandem zu bekommen, den das Thema wirklich interessiert und berührt." (Gunter Damisch)

Der Maler, Zeichner, Druckgrafiker und Bildhauer Gunter Damisch wurde im Umfeld der "Neuen Wilden" in den 1980er Jahren bekannt. Eine Generation von jungen Künstlern in Österreich und Deutschland konzentrierte sich erneut auf die Malerei und betrieb diese spontan und intensiv. Mythologische Zeichen, ovale, kreisartige oder längliche Formen, Schlangenlinien, amöbenartige Wesen und flimmernde Galaxien bevölkern die Bilder von Gunter Damisch, der von 1977 bis 1983 an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Prof. Max Melcher und Prof. Arnulf Rainer studierte und dort seit 1998 als Professor eine Meisterklasse führt.

"Damisch ist Erzähler, Fabulierer, extrovertiert. „Grünfeldnebel“, „Weltwegschlingen“, „Die Mutter des Flämmlerflimmerns“, so lauten die Titel seiner großformatigen, farbintensiven und leuchtenden Bilder. Die Titel der Bilder helfen dem Betrachter, sich auf die Farbwelten von Damisch einzulassen. Farbwelten aus Farbfeldern, ganze Universen, die sich vor dem Auge des Betrachters auftun. Da gibt es „Steher“, „Schwämmler“, „Zwergler“ und „Geistler“, die sich in den Farbfeldern frei bewegen, sich auf Wegen zusammenfinden oder durch ihr Auseinanderstreben ihre Welt auflösen können. Auf den ersten Blick oft rein abstrakt, werden seine Bilder bei längerem Hinsehen zu Landschaften mit Pflanzen, Tieren und Himmelskörpern. Von Farb-„Feldern“ begleiten wir seine Figuren über „Welten“ hin zu ganzen „Kosmen“, die er für sie erschafft. Welt, Weg, Feld, Steher oder Flämmler sind jene Begriffe, die sein Formenrepertoire prägen." (Gudrun Danzer)