Auktionshaus

Auktion: Alte Meister

06. Dezember 2022, 15:00 Uhr

0029

Jan van Kessel der Ältere

(Antwerpen 1626 - 1678 Antwerpen)

„Blumenkartusche um Maria mit Jesus und Johannes“
1650er Jahre
Öl auf Holz; parkettiert
64 x 44 cm

Provenienz

Privatsammlung, Österreich

Gutachten von Dr. Klaus Ertz, Lingen, 22. März 2021, liegt bei.
Als Figurenmaler nennt Dr. Klaus Ertz einen Maler aus der Nachfolge des Peter Paul Rubens (1577-1640).

Schätzpreis: € 25.000 - 50.000
Limit: € 35.000 + Aufgeld + ggf. Folgerecht

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Aufgrund der familiären Herkunft – sein Großvater war Jan Brueghel der Ältere (1568-1625), sein Onkel Jan Brueghel der Jüngere (1601-1678) - stand Kessel mit seinem malerischen Werk in der großen Brueghelschen Tradition. Sein Schaffen reicht von prächtigen großformatigen Blumenstillleben und Tierstudien bis hin zu allegorischen, mythologischen und biblischen Themen von Flora umgeben und von Fauna belebt.
Das durchkomponierte Gemälde veranschaulicht Jan van Kessels ganzes Können als eifriger Naturbeobachter und erfahrener Feinmaler am Höhepunkt seiner Karriere in den 1650er Jahren. In farbenprächtiger Palette schmückt sein Blumenarrangement eine plastische Kartusche. Die Figuren stammen, wie für diese Werke Jan van Kessels und den flämischen Brauch der Gemeinschaftsarbeiten typisch, von der Hand eines hinzugezogenen Figurenmalers - in diesem Fall von einem Maler aus der Nachfolge des Peter Paul Rubens (1577-1640). Der Inhalt der Kartusche folgt dem typischen ikonographischen Schema der Verehrung Christi und Mariens. Das Hauptaugenmerk Jan van Kessels liegt jedoch in der detaillierten Ausführung des leuchtenden Kranzes und deren verbindendem Blattwerk, welche er beinahe haptisch erfahrbar macht.
Der dunkel gehaltene Hintergrund rückt zudem die Farbenpracht des Blumengebindes noch stärker in den Mittelpunkt der Darstellung. Die einzelnen Blüten – die rosafarbenen, weißen und roten Rosen, die Tulpen, Nelken und Iris – zwischen rankendem Grün und kleinen Knospen geben der Darstellung Tiefe und Dreidimensionalität.
Der enzyklopädische Charakter, die Kombination von naturwissenschaftlichem Interesse und durchkomponiertem Bildaufbau, das kleine Format und die preziöse Ausführung der Pflanzen machten derlei Gemälde zu begehrten Kunst- und Wunderkammerstücken im Antwerpen des 17. Jahrhunderts.